Neue Wege
Abgesehen von der merkwürdigen Art und Weise, wie sich die Saison 2020/2021 entfaltet hat, ist zunächst zu bemerken, dass im Gegensatz zur vorherigen Saison praktisch alle Institutionen, große wie kleine, vorbereitet waren, um auf die Unwägbarkeiten von Covid zu reagieren, indem sie Alternativen anboten: in Streaming oder in Theatern; mit sehr reduzierter Kapazität oder für die Presse reserviert (die bevorzugte Lösung in Frankreich während der Sperrzeit); mit einem sehr reichhaltigen Angebot seit der Wiedereröffnung der Theater im Mai.
Im Großen und Ganzen war die Qualität da, mit einzigartigen und oft außergewöhnlichen Produktionen. Unter den letzteren erwähne ich vor allem: «Parsifal», Regie: Kirill Serebrennikov, Musikalische Leitung: Philippe Jordan, mit Kaufmann, Garanča, Tézier usw. ... der Diamant der Saison. (Wiener Staatsoper/auf Video gesehen) Dann: «Der Rosenkavalier» (Barrie Kosky/Vladimir Jurowski) mit Petersen, Fischesser, Hankey, Konradi ... ein wirklich neuer Weg für dieses Werk (Bayerische Staatsoper/auf Video gesehen).
Produktionen die, auch wenn sie fragwürdig sind, neue Wege eröffnen: «Herzog Blaubarts Burg» an der Opéra de Lyon (Regie: Andriy Zholdak, ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 96
von Guy Cherqui («Amadeus», «Platea Magazine», Grenoble)
Seine Neigungen waren vielfältig. Joseph Beuys, vor 100 Jahren geboren, war nicht nur Aktionskünstler, Gesamtkunstwerker, Bildhauer, Zeichner, Medailleur und Kunsttheoretiker, er war zudem ein großer Musikenthusiast. Doch nicht unbedingt im konventionellen Sinne. Das Phänomen Klang bildete für ihn eine besondere semantische Konstante, und als solche betrachtete er...
Die Bühne war ihm schon als Kind Sehnsuchtsort. Dort wollte er hin und den lieben langen Tag im Grunde nur eines tun: spielen, spielen, spielen. So war es fast zwangsläufig, dass Jürgen Flimm, geboren in Gießen, aufgewachsen in Köln, früh begabt auch als Autor, zum Theater kam, wo er sich als Regisseur, zunächst im Schauspiel, einen großen Namen machte, vor allem...
Es war eine Theaterspielzeit, in der es viel Theater ums Theater gab, bei dem es zuerst um die Relevanz von Kultur ging, die in dem von der Politik verlautbarten Ranking zum Entsetzen des ganzen Betriebs irgendwo weit hinten kurz vor den Bordellen rangierte. Unter künstlerischen Aspekten ist diese Spielzeit kaum zu werten, weil die längste Zeit nur digitale...
