Nazis rein, Nazis raus

Der Düsseldorfer «Tannhäuser»-Skandal, Jonathan Meeses Obsession mit NS-Symbolen, Evgeny Nikitins Runen-Tattoos und Hitlers Hämorrhoiden – Anmerkungen zum «Ärgernis des Jahres»

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Braunhemden, Hakenkreuzbinden, Tod im Gas: Wenn das Grauen der NS-Vergangenheit auf der Opernbühne verhandelt wird, geht die Sache meist schief. Burkhard C. Kosminskis SS-«Tannhäuser» in Düsseldorf und der zwanghafte Hitlergruß von Bayreuths nächstem «Parsifal»-Regisseur Jonathan Meese sind aktuelle Beispiele dafür, wie die Ausstellung des Bösen (bzw. das Spiel damit) zur Banalität des Blöden gerät. Zeit für eine Abrechnung mit Aufführungen, die hilflos-peinlich über Auschwitz und die Nazis schwadronieren.

Aber auch mit der Feigheit jener Entscheidungsträger, die solche Produktionen erst zu- und dann fallen lassen.

 

Der durchschnittliche deutsche Schäferhund war an Adolf Hitler nicht interessiert – jedenfalls nicht mehr als an anderen Männern auch, die mit ihm Gassi gingen und ihm gelegentlich ein Leckerchen zusteckten. Der durchschnittliche deutsche Chefredakteur ist an Adolf Hitler sehr interessiert: Hitler auf der Titelseite, das erhöht den Einzelverkauf. Immer. So eine Pfeffermühle voll Dämonie und Schlechtigkeit zum Frühstück, das kommt gut.

Ob Richard Wagner an Adolf Hitler interessiert gewesen wäre? Es könnte sein, aber wir wissen es nicht. Der Komponist hätte den «Führer» ...

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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Ärgernis des Jahres, Seite 44
von Wolfram Goertz

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