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Die Mezzosopranistin Jelena Obraszowa, die im Januar 2015 in einem Leipziger Krankenhaus verstarb, war nicht nur eine der großen Primadonnen ihrer Zeit, sondern auch ein russisches Nationalheiligtum. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand sie auf der Bühne, zuletzt in Charakterpartien wie der «Pique Dame»-Gräfin und der Babulenka in Prokofjews «Der Spieler».
Alexej Parin, Musikkritiker (u. a.
für «Opernwelt»), Dramaturg, Librettist, Übersetzer und Dichter, hat den Weg der Diva seit ihren Anfängen als kritischer Bewunderer verfolgt und sie immer wieder auf ihrer Datscha zu langen Gesprächen getroffen. Parin und Obraszowa reden da wie gute alte Bekannte miteinander: Sie fachsimpeln, tratschen, schwelgen in Erinnerungen, kommen gelegentlich vom Hundertsten ins Tausendste. Dass jemand diesen Dialog eines Tages lesend nachvollziehen könnte, scheint beide zunächst nicht zu kümmern.
Die große Nähe, gar Vertrautheit ist zugleich Stärke wie Schwäche des Buchs. Die Stärke liegt in der vorbehaltlosen Offenheit der Sängerin, die am Ende selbst etwas erschrocken war, was sie da alles preisgegeben hatte – und darum bat, den vollen Wortlaut erst nach ihrem Tode zu veröffentlichen (eine ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der für Januar 2019 angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B =...
Sieben Jahre. Mindestens. So lange dauert die Ausbildung. Die Anforderungen sind hoch und breit gefächert. Wer es im «klassischen», über Jahrhunderte hinweg mündlich tradierten Theater Chinas zu etwas bringen will, muss neben Talent und Leidenschaft viel Zeit investieren. Um die Grammatik eines Gesamtkunstwerks in den Körper zu bekommen, die Sprechen, Singen,...
Einfach ein «fröhliches Schauspiel» sollteProkofjews «Die Liebe zu den drei Orangen» nach Absicht ihres Schöpfers sein. Die scharfe Lauge der Musik spricht allerdings eine andere Sprache. Allrounder Axel Ranisch hat in seiner Stuttgarter Inszenierung der absurden Meta-Oper aus Märchen und Groteske, Masken- und Zaubertheater, Commedia dell’arte und Offenbach’scher...
