Närrische Weltverwirrung

Rasant: Rossinis «L’italiana in Algeri» in einer Liveaufnahme aus Amsterdam

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L’italiana in Algeri» gehört neben «Il barbiere di Siviglia» und «La Cenerentola» zu den drei beliebtesten, meistgespielten Bühnenwerken Gioachino Rossinis. Mit diesem am 22 Mai 1813 in Venedig uraufgeführten dramma giocoso und dem wenige Wochen zuvor ebenfalls dort herausgekommenen melodramma «Tancredi» begann der Aufstieg des damals gerade 21-Jährigen zum führenden Opernkomponisten seiner Zeit.

Mit ihren nachgerade possenhaften Zügen von Handlung und Musik ist diese Buffa in vielem noch der alten Typenkomödie verpflichtet, wie Rossini sie im genau fünf Jahre zuvor von Luigi Mosca vertonten Libretto Angelo Anellis vorfand. Der aufgeblasene, seiner Frau Elvira überdrüssige algerische Bey Mustafà, sein ebenso lächerlicher italienischer Gegenspieler Taddeo, ja selbst der sentimentale Liebhaber Lindoro – alle sind sie Archetypen der Commedia dell’Arte. Eine neue Wendung ins Quidproquo des altbekannten Plots bringt Isabella, die ihren Geliebten Lindoro aus der Gefangenschaft befreien will und dazu alle Mittel einsetzt, die einer Frau zur Verfügung stehen. Rossini vertieft ihren Charakter mit ihrer Kavatine «Per lui che adoro» und ihrem den Seria-Ton anschlagenden patriotischen Rondo ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 32
von Uwe Schweikert

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