Gedankensplitter

Monteverdi: Il ritorno d’Ulisse in patria an der Wiener Staatsoper

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Die Götter müssen verrückt sein! Wo bin ich da nur hingeraten?» Dergleichen mag Odysseus gedacht haben angesichts der Rumpelkammer, pardon: der begehbaren Kunstinstallation, in die sich Ithaka in den zwanzig Jahren seiner Abwesenheit verwandelt hatte. Wenn er schon die Heimat nicht wiedererkennt, wie wird es dann erst Penelope mit ihm ergehen? Kann es noch eine gemeinsame Zukunft geben? Das sind die großen Fragen an die Regie bei Monteverdis «Il ritorno d’Ulisse in patria».

In der Ausstattung von Anna Viebrock antworten Jossi Wieler und Sergio Morabito mit einem vorsichtigen «Ja»: Das Schlussduett des Paars mag schon die namenlose Freude feiern, doch erst im allerletzten Moment kommt es zu einer ersten, schüchternen Berührung nach so langer Zeit – Black. 

Mit ihrer Inszenierung des eigentlich sprödesten, am seltensten separat aufgeführten Opus unter den drei erhaltenen Monteverdi-Werken hat die Wiener Staatsoper nun ihren entsprechenden Zyklus vollendet, der im Graben mit dem Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Pablo Heras-Casado seine Konstante hatte, aber verschiedenen Regieteams anvertraut war. Wieler und Morabito basteln ein Mosaik aus Erzählsträngen, ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Walter Weidringer

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