Nächstes Jahr in Bad Segeberg
Sie haben wahrhaftig einen Leuchtturm oben auf die Klippe gesetzt. Und daneben hat die Bühnenbildnerin Momme Hinrichs eine ganze Reihe von Fischerhäuschen gebaut, ein Kirchlein auch, augenzwinkernd ein wenig perspektivenverschoben. Hier könnte man ein Küstendrama wie «Peter Grimes» spielen, aber natürlich auch Wagners «Fliegenden Holländer», und die monumentale Naturkulisse des Steinbruchs St.
Margarethen, einen Steinwurf von Eisenstadt und das wieder nur ein paar Kilometer von Wien entfernt –sie wird in jedem Look -alike-Wettbewerb um die realistischste Vorstellung jener norwegischen Bucht gewinnen. Dorthin hatte es den aus Riga per Schiff flüchtigen Wagner, in Folge auch seinen gespenstigen «Holländer» und den braven Handelsschiffer Daland verschlagen.
Ein Leuchtturm also ragt über diesem eindrucksvollen Naturtheater, man kann ihn schon von Weitem sehen, wenn man sich nähert über die Ebene zwischen der burgenländischen Kapitale («Die kleinste Großstadt der Welt») und dem Neusiedler See. Der im Abendhimmel schön funktionierende Leuchtturm lässt sich auch nehmen als Symbol für die Strahlkraft, die Intendant Daniel Serafin dort entfalten will und unermüdlich beschwört: Bregenz und ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 44
von Holger Noltze
Das Schöne an sorgfältig geführten Archiven ist, dass man noch Jahrzehnte nach einer Aufführung seine Erinnerung auffrischen kann – und weil die Wiener Staatsoper über ein solches Archiv verfügt, ist es ein Leichtes, noch einmal jenen Septemberabend des Jahres 1998 heraufzubeschwören, als sich im Haus am Ring der Vorhang zu Georges Bizets «Carmen» hob, in einer...
Now it’s Partytime»: Die Dame in der maßgeschneiderten, exklusiven, zitronengelben Robe lässt sich nichts anmerken an diesem Abend. Das ist Lilli Paasikivis Einstand, und den sollen ihr die schlechten Nachrichten, die sie erst wenige Wochen zuvor ereilt haben, nicht verderben. Und so hält die neue Intendantin der Bregenzer Festspiele auf Englisch eine souveräne...
Würde man ein Bild finden müssen, das seine Musik einigermaßen präzise zu beschreiben vermag, so wäre es das eines Komponisten, der zwischen den Stühlen steht, sprich: zwischen zwei ästhetischen Narrativen. Verwundern darf dies nicht angesichts der Tatsache, dass Arthur Honegger als Kind von Schweizer Eltern geboren wurde, allerdings in der rauen normannischen...
