O solitude, my sweetest choice

Paul-Antoine Bénos-Djian singt, einfühlsam vom Ensemble Le Consort begleitet, Arien von Purcell und anderen englischen Barock-Meistern

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Singen hilft immer. Auch in den schwersten Momenten unseres Lebens, wenn der oder die Liebste für immer dahingegangen ist.

«O let me weep, for ever weep» – so lautet die erste Zeile jener Gedichtvertonung, die in einer posthumen Aufführung von Henry Purcells Masque »The Fairy Queen» auf Shakespeares somnambule Komödie «A Midsummer Night’s Dream» anno 1698 im fünften Akt erklang, als ein Lamento, das die Welt, zumindest für eine Weile, zum Stillstand brachte und in ihrer berührenden Eindrücklichkeit an die schmerzvolle Klage der karthagischen Königin «When I am laid in earth» aus «Dido and Aeneas» erinnert. Die Frage ist nur: War Purcell selbst der Autor? Oder sein Bruder Daniel? Wir wissen es nicht mit letzter Sicherheit. Aber wir haben diese unfassbar schöne Musik. Und das mag genügen.

Zumal wenn Paul-Antoine Bénos-Djian dieses Stück, das viele unter dem Titel «The Plaint» kennen, anstimmt, dabei in größter Sanftheit vom Ensemble Le Consort begleitet. Seine Stimme scheint aus den Wolken zu kommen, und man muss sich sehr zusammennehmen, um nicht selbst in Tränen auszubrechen – so engelsgleich und zugleich so trist klingen die Verse bei dem französischen Countertenor und seinen ...

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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Medien, Seite 60
von Jürgen Otten

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