Nachtschwarz

Verdi: Don Carlos
BERN | BÜHNEN

Opernwelt - Logo

Verdis «Don Carlos» ist immer eine vertrackte Sache. Entscheidender noch als die musikphilologisch exakte Befolgung einer wie auch immer authentischen «Ur»-Fassung ist die Wahl der Sprache. Da kommt man heute, will man sich ernsthaft auf die von Verdi gelegte Struktur des Werks einlassen, um das Französische (und damit um die fünfaktige Anlage) nicht mehr herum. Wie sehr Verdi «Don Carlos» aus der Poetik und Sprachmelodie des Französischen entwickelt hat, belegt Anselm Gerhard in seinem Aufsatz für das Programmheft der Neuproduktion an den Bühnen Bern so triftig wie überzeugend.

Hier spielt man das große Werk zum Auftakt einer neuen Ära. Intendant Florian Scholz hat sich seine Sporen am Stadttheater Klagenfurt verdient und bringt von dort auch den neuen Chefdirigenten, Nicholas Carter, als Co-Operndirektor mit, zusammen mit dem erfahrenen Münchner Dramaturgen Rainer Karlitschek. Langjährige Weggefährten werden nun auch in der Schweizer Bundeshauptstadt auftauchen, so etwa der Regisseur Marco Štorman, der mit diesem weitgehend statuarischen, streng abstrakten, radikal nachtschwarzen «Don Carlos» nun seine Berner Visitenkarte abgegeben hat.  

Anfangs wähnt man sich noch in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Karl Harb

Weitere Beiträge
Fest der Stimmen

Den meisten deutschen Musikliebhabern dürfte der Name Spyridon Samaras nichts sagen. Dabei war der 1861 auf Corfu geborene Komponist und spätere Schöpfer der griechischen Nationalhymne zu seiner Zeit auch jenseits der Heimat ein berühmter Mann. In Athen und später in Paris (u. a. bei Léo Delibes) ausgebildet, begann Samaras seine Karriere in Italien, wo er sich mit...

Personalien, Meldungen Dezember 2021

JUBILARE

Eric Halfvarson debütierte 1973 als Basilio in Rossinis «Il barbiere di Siviglia» im Rahmen der Lake George Opera Tour (der heutigen Opera Saratoga). Von da aus führte ihn sein Weg zunächst ans – von ihm mitbegründete – Opernstudio der Houston Grand Opera, auf deren Bühne der Bass bereits in kleineren Partien auf sich aufmerksam machte. In den...

Hohes Paar

Helene Berg gehörte noch zu jenen Künstlergattinnen, die, wie Cosima Wagner oder Alma Mahler, ihren Männern jene Ruhe und Ordnung boten, die diese für ihr Schaffen brauchten. «Ich lösche mich aus und will nur für Dich da sein.» An das am Vorabend der Hochzeit mit einem «Amen» schriftlich bekräftigte Versprechen hielt Helene Nahowski, eine natürliche Tochter Kaiser...