Mut der Verzweiflung
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern.
Erst der ehemalige Colón-Intendant Tito Capobianco ging das Wagnis ein, «König Kandaules» auf den Spielplan zu setzen: Das unvollendet hinterlassene, von Antony Beaumont komplettierte Opus wurde damit zum ersten Mal überhaupt auf dem amerikanischen Kontinent in Szene gesetzt (dabei hatte Zemlinsky es in den USA komponiert).
Allerdings fielen die Vorstellungen mitten in eine Phase scharfer Auseinandersetzungen am Colón. In den seit langem schwelenden Konflikten geht es um die Bezahlung des fest angestellten Personals. So begann schon die Premiere mit einer fünfzigminütigen Verspätung, die zweite Vorstellung fing eine Stunde später als annonciert an. Die dritte wurde schließlich abgesagt, das bereits platzierte Publikum nach Hause geschickt. Und die vierte Aufführung kam nur auf Grund einer in allerletzter Minute erzielten Vereinbarung zwischen einer der in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
Edgar Allan Poe hat es auf den Punkt gebracht: «Was das Publikum in einer Zeitschrift sucht, ist das anderswo nirgends Beschaffbare.» Das gilt auch und gerade für den Inseratenteil von Zeitungen. Keiner hat sich darüber lustiger gemacht als Gioacchino Rossini in seinem Dramma per musica «La gazzetta», frei nach Goldonis Stück «Il matrimonio per concorso», mit dem...
Es besitzt einen gewissen Zynismus, dass sich der erste große Publikumserfolg der Ära Res Bossharts am Meininger Theater erst nach dem Rauswurf des umstrittenen Intendanten einstellt. Denn obwohl es noch Bosshart gewesen war, der den Berliner Videofilmer und Politikersohn Philipp Stölzl für den «Freischütz» engagiert hatte, wird die Lorbeeren dafür nun sein als...
