Gut und Böse
So ereignet sich Opernglück. Man steht unter einem gemalten Himmel in einem klassizistischen Salon und blickt an Kristalllüstern vorbei in echten Himmel. Zarte Wolken türmen sich effektvoll, lassen dramatisch Sonnenstrahlen durch, die sich putzende Blesshühner bescheinen, welche im englischen Gartental vor Drottningholms Schlosstheater dösen.
Eine Wendung um 180 Grad führt ins geheimnisvoll von elektrischem Wackelkerzen-Dämmer erhellte Auditorium, wo Marmor und Gold Pappmaché und Farbe sind, wo alles Musik und Bild gewordene Illusion ist, und wo vierhundertfünfzig Zuschauer erwartungsfroh harren. Der Auftakt im einzigen voll funktionsfähigen Barocktheater Europas, das eine deutsche Schwedenkönigin, Luise Ulrike von Preußen, Schwester Friedrichs des Großen, erbauen und ihr theaterverrückter Sohn Gustav III. zweimal am Tag bespielen ließ, er ist jedes Mal etwas Besonderes.
Das findet nur die schwedische Regierung nicht, die die Zuschüsse für das sommerliche Opernfestival in dem Schloss, zehn Kilometer vor Stockholm, stetig herunterfährt. So war dieses Jahr neben einem Marivaux-Schauspiel und Martín y Solérs «La capricciosa correta», einer Abwandlung von «Der Widerspenstigen ...
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Nach Siegfried Matthus’ «Die unendliche Geschichte» in der Spielzeit 2003/2004 setzt das Theater Hagen nun seine Anvancen an die Jugend erfolgreich fort: Die neue Saison begann mit den beiden thematisch eng verwandten Einaktern «L’Enfant et les sortilèges» von Ravel und Oliver Knussens «Wo die wilden Kerle wohnen». Die Regie lag in den Händen Ricardo Fernandos und...
Die Masse torkelt. Es baumeln die Arme, es wippen die Knie. Thebens Volk scheint verzaubert. Gott Dionysos hat es verführt. Wie ein Chor aus Bhagwan-Jüngern zieht es dahin, und Dionysos, der rachsüchtige, hinterlistige Gott, trägt ein Dauergrinsen zur Schau. In Köln haben die «Bassariden» Einzug gehalten, und das erstmalig. Man hat sich für die revidierte Fassung...
Alexander von Zemlinsky ist in der argentinischen Kapitale so gut wie unbekannt. Von seinen wichtigen Werken war in Buenos Aires lediglich die «Lyrische Symphonie» zu hören (1997). Die Maeterlinck-Lieder, die Quartette, das Trio – all dies harrt nach wie vor einer Aufführung. Das Gleiche galt bis vor kurzem für Zemlinskys Opern. Erst der ehemalige Colón-Intendant...
