Multikulturelle Mixtur
Das Sujet, durch Fatih Akin filmerprobt, führt mitten hinein ins aktuelle Migrantenleben: Sibel, eine ebenso lebenshungrige wie vergnügungssüchtige junge Deutschtürkin, geht, um dem traditionsbewusst ausgerichteten Elternhaus zu entkommen, eine Scheinehe mit ihrem Landsmann Cahit ein. Ohne dass sie es sich zunächst eingesteht, wird aus dem vorgeschobenen Bund eine echte Liebe, aber als Cahit dann im Gefängnis eine Strafe wegen Totschlags absitzen muss, bringt Sibel es nicht über sich, auf ihn zu warten.
Sie hat, als er entlassen wird und nach ihr sucht, nach einem von Drogenexzessen bestimmten Leben schließlich geheiratet und ein Kind geboren. Ob sie trotzdem zu ihm zurückkehren wird, bleibt offen.
Dazu hat Ludger Vollmer (Jahrgang 1961), der vor viereinhalb Jahren bereits mit seinem Opernerstling «Paul und Paula» (OW 6/2004) eifrig dem Cross-Over-Trend huldigte, nun erneut eine Mixtur geschaffen aus E- und U-Musik, die sowohl europäisch-traditionellen Wurzeln verpflichtet ist wie auch den türkisch-orientalischen Klangraum einbezieht. Eine durchaus wirksame Mischung, die von der Idee her die Zeichen der Zeit spiegelt: Deutsche, deutschtürkische und türkische Künstler haben das Werk ...
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