Mit Rückendeckung
Fünfzehn Millionen Euro hat das Saarland in sein Staatstheater investiert. Und damit die Qualität des Hauses spürbar verbessert. «Auf den ersten Blick erstaunlich für ein Haushaltsnotstandsland», findet selbst Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Dass sich das einst von den Nazis als «Bollwerk gegen den französischen Kulturbolschewismus» gebaute Haus nach turbulenten Jahren wieder stabilisieren würde, war lange nicht ausgemacht.
2005 hatte Intendant Kurt-Josef Schildknecht erbost den Bettel hingeworfen: Die Politik verlangte ihm eine Kürzung des 24,5-Millionen-Euro-Etats um ein Viertel ab. Düstere Prognosen begleiteten die neue Chefin Dagmar Schlingmann, die vom Schauspiel-Theater Konstanz auf die Kommandobrücke des Mehrspartenhauses wechselte. Mit Operndirektor Berthold Schneider zeigte sie schnell, dass man auch mit reduzierten Mitteln qualitätsvolles Theater machen kann. Es gelang ihr, einen Teil der Sparvorgaben abzuwenden und das Angebot wieder auszuweiten.
Weil auch das Publikum mitzog, erarbeitete sich die Theater-Chefin eine starke Position – die dem Haus jetzt zugute kommt. Um Schlingmanns Abwanderungsgelüste nach Bonn zu bremsen, schaltete sich 2011 sogar die ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Dieter Lintz
Nicola Antonio Porpora komponierte die Serenade «Gli orti esperidi» 1721 als Geburtstagsgruß an Kaiserin Elisabeth Christine von Wolfenbüttel, deren Gatte Karl VI. u. a. über das Königreich Neapel herrschte. Die Geschichte dazu lieferte der blutjunge Librettist Pietro Metastasio: In Begleitung ihres Geliebten Adonis steigt Venus hinab in den Garten der Hesperiden,...
Wie treffend, wie irreführend hat Ferruccio Busoni den Begriff «Opernspiel» für seine «Doktor Faust»-Oper gewählt. Von der Leichtigkeit eines Spiels hat dieses Werk nichts. Busoni, der, trotz seiner Herkunft, seinem Temperament nach eher ein Nördler denn ein Südländer war, zergrübelt diese Oper – was passend ist, bei diesem Stoff. Und doch ist es ein Spiel. Busoni...
Mit einem Schrei der Senta wird der Zuschauer in die Pause entlassen. Der Regisseur Alexander Nerlich legte sie auf den Beginn des Finales zum zweiten «Holländer»-Akt, wo der geheimnisvolle Mann erstmals in Sentas Blickfeld tritt, genauer: wie von einer unsichtbaren Macht auf die Bühne geworfen wird. Nerlich geht es in dieser Geschichte vor allem um den Einbruch...
