Durchwachsen
Der Name von Timofej Kuljabin ist im russischen Opernleben vermutlich für immer mit dem Verbot seiner «Tannhäuser»-Inszenierung in Nowosibirsk sowie dem Versuch verbunden, erneut eine Zensur für die Bühne einzuführen. Kuljabin selbst machte nach diesem Vorfall eine glänzende internationale Karriere als Theaterregisseur und präsentierte einige interessante Operninszenierungen, darunter auch «Don Pasquale» am Bolschoi-Theater.
Zum echten Prüfstein für den Regisseur geriet dort nun seine «Rusalka»-Regie, stellte sich doch die Frage, inwieweit ihm die Analyse eines hinlänglich bekannten romantischen Werks gelingen würde.
Kuljabin geht den Weg des geringsten Widerstands. Den ersten Akt zeigt er vom komödienhaften Standpunkt eines verstaubten Opernmärchens für Kinder aus, ohne den Mitspielern Rollenaufgaben zuzuweisen. Nymphen springen umher, die Hexe Ježibaba köchelt irgendetwas, der Wassermann verbrennt sich die Hände, Rusalka singt anrührend. Das war’s. Der zweite Aufzug zeigt dann eine groteske Realität. Alles ist so wie im Leben, nur stark übertrieben. Die Eltern des Prinzen bewohnen ein schickes Haus, ihr Spross wandelt als Vertreter der jeunesse dorée über die Bühne, Rusalka ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexei Parin
Sie hatte mehrere Namen, hieß Stella Goldschlag und Stella Kübler-Isaaksohn, am Ende ihres Lebens auch Ingrid Gärtner (Foto). Eine Frau, die in ihren multiplen Identitäten untertauchte, deren Geschichte wohl auch deshalb heute nur wenige kennen. Dabei wirft ihre Biografie Licht auf eine weniger bekannte Facette des Holocaust: Selbst im Nazireich war die tödliche...
Warum nur kommen Baraks Brüder eigentlich einarmig, einäugig und bucklig daher? Ganz einfach: Die drei schrundigen Gestalten sind versehrte Veteranen des Ersten Weltkriegs, mittellos heimgekehrt und nun aufgenommen im Unterschichtenhaushalt des Färbers und der Färberin. Brigitte Fassbaender erhellt in ihrer Kieler Inszenierung sogleich das symbolverschwurbelte...
60. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752322
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.opernwelt.de
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbüro
Andrea Kaiser | redaktion@opernw...
