Durchwachsen

Dvořák: Rusalka
Moskau | Bolschoi-Theater

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Der Name von Timofej Kuljabin ist im russischen Opernleben vermutlich für immer mit dem Verbot seiner «Tannhäuser»-Inszenierung in Nowosibirsk sowie dem Versuch verbunden, erneut eine Zensur für die Bühne einzuführen. Kuljabin selbst machte nach diesem Vorfall eine glänzende internationale Karriere als Theaterregisseur und präsentierte einige interessante Operninszenierungen, darunter auch «Don Pasquale» am Bolschoi-Theater.

Zum echten Prüfstein für den Regisseur geriet dort nun seine «Rusalka»-Regie, stellte sich doch die Frage, inwieweit ihm die Analyse eines hinlänglich bekannten romantischen Werks gelingen würde.

Kuljabin geht den Weg des geringsten Widerstands. Den ersten Akt zeigt er vom komödienhaften Standpunkt eines verstaubten Opernmärchens für Kinder aus, ohne den Mitspielern Rollenaufgaben zuzuweisen. Nymphen springen umher, die Hexe Ježibaba köchelt irgendetwas, der Wassermann verbrennt sich die Hände, Rusalka singt anrührend. Das war’s. Der zweite Aufzug zeigt dann eine groteske Realität. Alles ist so wie im Leben, nur stark übertrieben. Die Eltern des Prinzen bewohnen ein schickes Haus, ihr Spross wandelt als Vertreter der jeunesse dorée über die Bühne, Rusalka ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexei Parin

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