Melodie lunghe, lunghe, lunghe
Es ist ein schönes Bellini-Paket, das TDK nach «Beatrice di Tenda» aus Zürich von 2001 mit «La sonnambula» aus Florenz (2004), «Norma» aus Parma (2001) und «I puritani» aus Barcelona (2001) geschnürt hat – mit drei Primadonnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und drei Stücken, die die ganze Bandbreite des Komponisten zwischen romantischem Märchen, tragischem Musikdrama und großer Oper entfalten.
Dabei ist keineswegs die moderne (Traum-)Deutung beim Maggio Musicale Fiorentino das Ereignis oder ein im Originalklang immer wieder von wilden Paukenschlägen dominiertes, wie ein großes Adagio sich wölbendes, geradezu archaisch klingendes Druiden-Drama mit dem Orchestra Europa Galante unter Fabio Biondi im Teatro Regio von Parma. Vielmehr fasziniert am meisten die sorgfältig erarbeitete, sehr lebendige und in jedem Detail durchgeformte Deutung der Partitur von Bellinis «Puritani» mit dem Orquestra Simfònica del Gran Teatre del Liceu unter Friedrich Haider. Haider zeigt exemplarisch, dass das Orchester bei Bellini keineswegs simpel instrumentierte Hintergrundfolie ist, sondern das Geschehen antreibt, spiegelt, manchmal auch die großartige, weitgespannte Melodik um ...
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