Meine Heimat
Orpheus, der Ursänger, erhob seine Stimme, um Tiere und Götter zu besänftigen. Und Magdalena Kožená? Fast flehentlich richtet sich ihr Blick zum Himmel über Prag. Sie selbst, so zumindest suggeriert es das Cover ihres neuen Albums, scheint über den Häusern der tschechischen Hauptstadt zu schweben, in der sich einst das Hauptquartier des Lärms befand, um die Schönheiten der landeseigenen Musik zu präsentieren.
«Czech Songs», heißt die Aufnahme mit kaum je gehörten Stücken von Bohuslav Martinů, Antonín Dvořák, Hans Krása und Gideon Klein, für die sich Magdalena Kožená ihren Ehegatten Simon Rattle ans Pult der Tschechischen Philharmonie gewünscht hat. Eine formidable Entscheidung: Solistin, Dirigent und Orchester bilden eine verschworene Einheit; was aber leuchtend über allem liegt, ist die Stimme dieser Sängerin. Und man weiß gar nicht, wo anfangen mit der Huldigung. Vielleicht am ehesten doch bei Martinů. Sein Zyklus «Nipponari» steht am Beginn. Und sogleich tut sich ein tiefer, dunkler Abgrund auf, über dem nun aber Kožená ihren lyrisch grundierten Mezzosopran ausbreitet wie eine warme Decke, mit einer Anmut und Natürlichkeit, was Timbre, Farbgebung, Phrasierung und Linienführung ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Jürgen Otten
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Wie die meisten seiner italienischen Kollegen hat Johann Adolf Hasse nicht nur Opern, sondern auch geistliche Musik in beträcht -lichem Umfang komponiert. Fast ein halbes Jahrhundert lang stand der in Italien als «divino Sassone» verehrte Komponist in Verbindung mit dem Ospedale degli Incurabuli in Venedig, einem Waisenhaus für Mädchen und junge Frauen, die in...
Starkes Cover. Eine Frau mit blondgelockten Haaren im Stil der «Sixties», den Mund weit geöffnet, vielleicht zum Schrei. Ihr Blick ist herausfordernd, fast provozierend in seiner Fixierung auf einen Gegenstand oder etwas anderes, das außerhalb des Bildes liegt. Cathy Berberian konnte so gucken, sie war eine große Performerin, doch bevor sich Anne-May Krüger den...
