Lustige Herausforderung

«Die Meistersinger von Nürnberg» an der Oper Frankfurt

Opernwelt - Logo

Am 6. November 2022 war die Premiere von «Die Meistersinger von Nürnberg» an der Oper Frankfurt. Die Story: Nürnberg, 16. Jahrhundert. Am Johannisfest findet der alljährliche Gesangswettbewerb statt. Goldschmied Veit Pogner schreibt die Hand seiner Tochter Eva als ersten Preis für den Gewinner aus. Der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser hat schon länger ein Auge auf sie geworfen. Aber Eva und der junge Ritter Walther von Stolzing haben sich ineinander verliebt.

Unglücklicherweise kann Stolzing nicht um die Hand seiner Angebeteten singen, denn der Wettbewerb steht nur den offiziellen Meistersingern offen. David, der Lehrling des Schusters Hans Sachs, versucht Stolzing mit den Wettbewerbsregeln vertraut zu machen, um doch noch eine Teilnahme zu ermöglichen. Der Plan geht schief – und der darauffolgende zweite Akt endet mit einer Prügelei. Im dritten und letzten Aufzug wird Beckmesser schließlich mithilfe von Sachs ausgeschaltet, so dass Stolzing zum Wettbewerb zugelassen wird und die Liebe seines Lebens Eva «gewinnen» kann. 

Der US-amerikanische Tenor AJ Glueckert singt Stolzing und Frankfurt-Debütantin Magdalena Hinterdobler dessen Geliebte Eva. Der souveräne Bariton Michael Nagy ...

Cezare in Germania
Cezar Harb wurde in Syrien geboren, ist 24 Jahre alt und Student des Studiengangs «Kunst, Musik und Medien» an der Universität Marburg. Im Alter von zwölf Jahren zog Cezar mit seiner Mutter und seinem Bruder ins Zentrum von Al Swaida. Hier begann sein musikalischer Werdegang. Mit 13 Jahren trat er in eine Musikschule ein, um klassische Gitarre und Gesang zu erlernen. Musikalisch geprägt wurde Cezar auch von seiner Tante Ghada Harb. Sie ist eine der bekanntesten Opernsängerinnen in Syrien. Im Alter von 14 Jahren hörte er sie zum ersten Mal im Opernhaus Damaskus als Königin der Nacht in der «Zauberflöte». Von nun an schildert Cezar Harb in loser Folge seine Eindrücke über Opernabende in Frankfurt, Wiesbaden, Kassel und Gießen.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Cezar Harb

Weitere Beiträge
Geheimnislos

Leoš Janáček hat es den Regisseuren seiner Bühnenwerke wahrlich nicht leicht gemacht. Da verschlägt es einen gewissen Herr Brouček mal eben auf den Mond oder es wechselt die Hauptfigur, wie in der «Sache Makropulos», permanent ihren Namen (und die Jahrhunderte gleich dazu). Die größte Herausforderung jedoch stellt «Das schlaue Füchslein» dar: Hier sieht die...

Wo die Sterne strahlen

Der Anfang ist erheiternd – eine Diaschau mit aktuellen Bezügen zur historischen Caterina Cornaro (1454–1510), die nach dem Tod ihres Gatten Zypern regierte, ehe Venedig 1489 endgültig die Herrschaft über die Insel an sich riss. Man muss befürchten, dass Donizettis Oper als Klangkulisse eines öden Biopics missbraucht würde. Doch die erste Szene, die mit ordinärer...

Sie lächeln wieder

Diese Oper gehört allen.» So deutlich und unverblümt sagt es Myung-Whun Chung in seiner kurzen Begrüßungsrede, zu der ihn der Bürgermeister Venedigs in die prächtig dekorierten Sale Apollinee gebeten hat. Der koreanische Dirigent kommt geradewegs von der erfolgreichen «Falstaff»-Premiere, mit der die neue Saison am Teatro La Fenice eröffnet worden ist. Wie so viele...