Liebeskrieg in Wellblechhalle
Mit seinen 27 überlieferten Partituren ist der Venezianer Francesco Cavalli der Operngroßmeister zwischen Monteverdi und Alessandro Scarlatti. Richtig heimisch geworden auf der modernen Bühne ist er seit seiner Wiederentdeckung in den 1960er-Jahren dennoch nicht.
Dabei erweist jede Begegnung mit einer seiner Opern, dass sie hinter dem «Ulisse» und der «Poppea» seines Lehrers Monteverdi weder an zündender Theatralik noch an musikalischer Farbigkeit zurückstehen – so auch jetzt wieder bei der als Koproduktion der SWR-Festspiele und des Staatstheaters Mainz initiierten deutschen Erstaufführung der 1652 entstandenen «Veremonda, l’amazzone di Aragona» im Schwetzinger Schlosstheater.
Ausgangspunkt der Handlung ist die Reconquista, die Wiedereroberung Gibraltars durch Spanien im Mittelalter. Aber das historische Geschehen bleibt Kulisse für die operntypischen Verwicklungen im Liebeskrieg. Statt die Stadt zu besetzen, besucht der Womanizer Delio, der General der spanischen Truppen, allnächtlich die dort herrschende maurische Königin Zelemina. Da der aragonesische König Alfonso ebenso ausschließlich seiner Leidenschaft für die Astrologie frönt, bleibt es seiner Ehefrau Veremonda und ihren ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Uwe Schweikert
Die Geschichte der Opera buffa setzt bekanntlich mit den komischen Intermezzi ein, die in den Pausen ausladender heroischer Opern gegeben wurden. Pergolesis «La serva padrona» ist ein Modellfall der Gattung. Aber auch «Pimpino-ne» wird in der Version von Telemann (1725) noch heute gelegentlich gespielt. Allerdings ist diese deutsche Variante nichts anderes als ein...
Nach der Pause – Gustavo Dudamel war gerade, den Lockenkopf demütig geneigt, mit einigen Bravos geduscht worden und suchte den Stab zum dritten Akt zu heben – sandte ein Zuschauer aus dem Rang eine giftgrün-wienerische Sprechblase in den Raum: «Nimm a Partitur, dann klingt’s vielleicht besser ...» Was hatte den Zwischenrufer so erbost? Dass der Venezolaner, der ja...
Bald ist es wieder so weit. Das Budapest Festival Orchestra (BFO) hat zur großen Tanz-Party auf den Heldenplatz geladen. Rund 500 Kinder aus allen Teilen Ungarns will Iván Fischer, der das Orchester 1983 gemeinsam mit Zoltán Kocsis gründete, am 3. Juni in der Hauptstadt begrüßen. Die meisten kommen aus armen Familien, aus strukturschwachen Landstrichen, die es...
