Liebesbande
Im Gebälk blitzt es. Die Götter machen Radau, fordern Aufmerksamkeit. Immerhin haben sie gerade die schöne Galathea von einer Elfenbeinstatue in eine Dame aus Fleisch und Blut verwandelt. Es ist dies die Schlüsselszene in Gaetano Donizettis Opernerstling «Il Pigmalione». In Duisburg misslingt sie leider. Denn schon von Beginn an spaziert Galathea (schillernd: Lavinia Dames), Liebesideal ihres Schöpfers Pygmalion, quicklebendig über die Bühne.
Und mit ihr sämtliche sonstige Figuren in der Werkstatt des Bildhauers, die da pausenlos zwischen antikisierten Säulen und wallenden Vorhängen (Bühne: Leif-Erik Heine) umherirren.
Das Werk ist einer von zwei Einaktern, die im Rahmen von «Young Director», einer Plattform für Nachwuchsregisseure, an der Deutschen Oper am Rhein gespielt werden. Volker Böhm fehlen die Einfälle, das (zugegebenermaßen schmalspurige) Sujet zu beleben. Durch Lichteffekte und Rauchmaschinerie einerseits, allerlei romantisierendes Gerümpel (regnende Rosen und Kerzenlicht) andererseits versucht er diesen Mangel zu überpinseln. Das Resultat: Seifenopernfeeling. Immerhin beeindruckt Ovidiu Purcel in der Titelpartie mit einer auf Hochglanz polierten Belcantostimme, führt ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Thilo Braun
Versunken sitzt er da. Die Schultern eingezogen. Die Arme auf dem provisorischen Schreibtisch ausgebreitet. Tief gebeugt über das unvollendete Werk. Als laste alles Unrecht unter der Sonne auf ihm. Als drücke der Erdenkreis ihn nieder, um dessen schreiend zartes, wimmernd wunderbares Klangbild er hier, in der Stille der römischen Villa Massimo, kämpft. Ein...
«Gloriana» – so bejubelten die Untertanen ihre Königin Elisabeth I. nach dem Sieg der englischen Flotte über die Große Armada der Spanier anno 1588. Doch Elisabeths Alltag war wenig glorreich: Umgeben von
intriganten Höflingen, innerlich zerrissen, galt ihre Zuneigung dem drei Jahrzehnte jüngeren Robert Devereux. Dass der Graf von Essex ihr Günstling war, ist...
Zuerst ist alles wie immer im Wuppertaler Opernhaus. Der Nierentisch-Charme im Foyer bezaubert durch seine Sterilität, der Sekt ist süß und das Foyer-Team freundlich – nur dass sich diesmal einige junge Leute in schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift «Support Team» untergemischt haben. Unterstützung beim Klettern, Mitspielen, Singen? So viel wird vom Publikum nicht...
