Liebe mit a bisserl Hindernissen
Mit dieser Frau ist nicht zu spaßen. Zuhause führt sie ein strenges Regiment, zu trinken gibt es nur kalten Lindenblütentee, und mit ihrer Entdeckung des «Schwarzen Waldmeisters» will sie in die Biologiehistorie eingehen: Nein, das ist eben nicht jene «Malwine, ach Malwine», von der die höhersemestrigen Operettenfans wissen, dass sie «wie eine Biene» sei. Falsches Stück, auch wenn dort wie da grüner Tann eine Rolle spielen: Wir sind nicht im «Schwarzwaldmädel», sondern in Johann Strauss’ «Waldmeister».
Ja, so muss es gewesen sein, damals, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, im legendären Bellaria-Kino in Wien Neubau. Heimatfilm! Natur, Liebe mit a bisserl Hindernissen, die natürlich überwunden werden, Verwechslungen, also viel zum Lachen, schöne Musik. Und danach alle glücklich.
«Waldmeister»: Das hat nichts mit Hoch- und Deutschmeistern zu tun und eigentlich auch nichts mit der Jagd, sondern wirklich mit der Pflanze, auch Wohlriechendes Labkraut (Galium odoratum oder Asperula odorata) genannt. Josef Ernst Köpplingers Gärtnerplatz-Neuinszenierung auf Basis einer eigenen Textfassung ist als Gastspiel im Museumsquartier die bisher gelungenste Wiederentdeckung und Neubelebung im Rahmen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Walter Weidringer
Die Machos können beruhigt sein. Männer am Herd, Frauen an der Macht, dies sogar mit einer Generalin an der Spitze, so etwas bleibt beschränkt auf eine Enklave im Ozean. Zumindest in jener «verdrehten Welt», die Antonio Salieri auf ein Libretto von Caterino Tommaso Mazzolà imaginierte. «Il mondo alla rove -scia» heißt der Zweieinhalbstünder im Original und...
Am Anfang einer langen Geschichte steht die Toccata für fünf Kornett-Stimmen, Generalbass und sicher auch Schlaginstrumente, die Monteverdi seinem «Orfeo» voranstellte und deren dreimaliger Auftritt «ein unkonzentriertes, lärmiges Publikum dazu bringen sollte, zumindest leiser zu reden». Knapp vier Jahrhunderte später eröffnet György Ligeti seine Oper «Le Grand...
Mit 2700 Sitzen und einer 20 Meter hohen Decke wirkt der Saal der Opéra Bastille eher einschüchternd als einladend. Ein großer Raum für große Gesten. Wie stark muss die Versuchung sein, ihn mit allem zu füllen, was Stimme und Körper zu bieten haben. Asmik Grigorian aber steht einfach nur da und singt – die Hände locker ineinander gelegt. Ihr braunes Haar umspielt...
