Liebe mit a bisserl Hindernissen
Mit dieser Frau ist nicht zu spaßen. Zuhause führt sie ein strenges Regiment, zu trinken gibt es nur kalten Lindenblütentee, und mit ihrer Entdeckung des «Schwarzen Waldmeisters» will sie in die Biologiehistorie eingehen: Nein, das ist eben nicht jene «Malwine, ach Malwine», von der die höhersemestrigen Operettenfans wissen, dass sie «wie eine Biene» sei. Falsches Stück, auch wenn dort wie da grüner Tann eine Rolle spielen: Wir sind nicht im «Schwarzwaldmädel», sondern in Johann Strauss’ «Waldmeister».
Ja, so muss es gewesen sein, damals, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, im legendären Bellaria-Kino in Wien Neubau. Heimatfilm! Natur, Liebe mit a bisserl Hindernissen, die natürlich überwunden werden, Verwechslungen, also viel zum Lachen, schöne Musik. Und danach alle glücklich.
«Waldmeister»: Das hat nichts mit Hoch- und Deutschmeistern zu tun und eigentlich auch nichts mit der Jagd, sondern wirklich mit der Pflanze, auch Wohlriechendes Labkraut (Galium odoratum oder Asperula odorata) genannt. Josef Ernst Köpplingers Gärtnerplatz-Neuinszenierung auf Basis einer eigenen Textfassung ist als Gastspiel im Museumsquartier die bisher gelungenste Wiederentdeckung und Neubelebung im Rahmen ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Walter Weidringer
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Aus männlicher Perspektive mögen jene Verse, die Adelbert Chamisso im zweiten Gedicht seines Zyklus’ «Frauenliebe und -leben» der imaginären Liebenden in den Mund legte, durchaus der Wahrheit entsprechen: «Er, der Herrlichste von Allen, / Wie so milde, wie so gut!». Schön wär’s – denn damit zeichnet der romantische Dichter ein nicht nur verklärendes, sondern zudem...
