Lichtgestalten
«Fiat Lux» lautete das Thema des Festival della Valle d'Itria 2021, es bezieht sich auf die Genesis I,3, in der Gott das Licht erschuf, um das Universum aus der Dunkelheit zu befreien. Nach einem fürwahr finsteren Jahr, in dem fast alle Festivals abgesagt worden waren, ermutigte dieser «Aufruf» zu einem nachgerade euphorischen Wiedersehen mit dem Leben und der Kunst.
Den Auftakt hierzu bildete eine musiktheatrale, italienischsprachige Aufführung von Haydns «Schöpfung» in der Regie von Fabio Ceresa und mit dem Orchester des Teatro Petruzzelli unter Fabio Luisi, dem Musikdirektor des Festivals. Flankiert wurde Haydns Oratorium von zwei selten gespielten Werken, die in Martina Franca beide vom Orchester «La Lira di Orfeo» bestritten wurden: Alessandro Scarlattis «Griselda» (Inszenierung: Rosetta Cucchi, Musikalische Leitung: George Petrou) sowie Nicola Porporas «L’Angelica» auf ein Libretto von Metastasio. Am Pult stand hierbei Francesco Maria Sardelli, die Inszenierung besorgte Gianluca Falaschi, der bekannte italienische Kostümbildner. Mit Porpora besann sich das Festival auf seine wichtigste Tradition: die neapolitanische Oper. Aufgeführt wurde jedoch eine leichtere, für ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Festspiele Martina Franca, Seite 44
von Guy Cherqui
JUBILARE
Julia Varady erhielt ab dem 14. Lebensjahr Gesangsunterricht am Konservatorium von Bukarest bei Arta Florescu. Ihr Debüt gab sie 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie etwa als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» oder Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte...
Wenn ein «Rheingold»-Mime nur sein «Nehmt euch in acht! Alberich naht» singen darf, wenn Donner und Froh gestrichen, die Nibelungen mit einem einzigen Schrei vom Band präsent und alle Szenen so drastisch gekürzt sind, dass dramaturgisch und musikalisch nur mehr teils abrupt aufeinander folgende Kernstücke übrig bleiben, dann muss wohl in den Tiefen des Rheins, den...
Herr Lyon,was hat Sie dazu gebracht, diese Zusatzqualifikationen zu erwerben?
Singen ist ein so unmittelbarer, intimer Prozess. Was in unserem Leben vorgeht, schlägt auf den Körper, und weil der zugleich das Instrument ist, kann man das gar nicht trennen. Sie haben doch bestimmt auch schon von Gesangslehrern gehört, dass sie sich oft wie Therapeuten vorkommen....
