Herzensangelegenheiten

William Christie lädt zur dritten Folge der «Airs sérieux et à boire»

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«Allons gay gayment», «Auf geht's fröhlich», beginnt die Sängerrunde mit einer Chanson von Claude Le Jeune. Und klar: Wir folgen auch diesmal gern, wenn William Christie mit seinen Les Arts Florissants in der nun schon dritten CD die Kunst der Airs de cour erkundet, die als höfische Liedform Frankreich von der zweiten Hälfte des 16. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts prägten.

Hört man beim 1530 geborenen Claude Le Jeune noch die Polyphonie des Renaissancezeitalters nachklingen, so sind die Airs seiner Nachfolger bereits vom Ideal einer neuen Schlichtheit und von Einflüssen der Volksmusik geprägt. Einzeln, im Trio oder im Rundgesang mit Refrain lässt sich das exquisite fünfköpfige Sängerensemble hören; in der ebenfalls fünfköpfigen Instrumentalistenrunde dominiert oft die Theorbe als Begleitinstrument, wie später und bis in den Gegenwartspop die Gitarre. Aus der riesigen Auswahl – auf etwa 2.300 Airs de cour schätzt das Booklet die Gesamtzahl der gedruckten Lieder – hat Christie immer wieder auch halbszenische Abende zusammengestellt, was sich besonders bei einigen dialogisch angelegten Airs aufdrängt. Etwa in «Souffrez, beaux yeux pleins de charmes» von Étienne Moulinié, in dem ...

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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 52
von Michael Stallknecht

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