Leinwandmärchen
Jules Massenets «Conte de fées», seine Lesart also des über das Aschenbrödel-Märchens, wird selten gespielt. Wie Rossini in der ungleich populäreren Version «La Cenerentola» setzt auch Massenet in seiner 1899 uraufgeführten Märchenoper die ekstatischen Traumbilder von Cendrillon und ihrem Märchenprinzen – im französischen Original «Le Prince Charmant» – in einen musikalischen Kontrast zur realen, karikierten Familienwelt wie der steifen Welt des Hofs.
Roman Hovenbitzer hatte für seine Inszenierung in Münster, angeregt durch Woody Allens Film «The Purple Rose of Cairo», den überzeugenden Einfall, für diesen Gegensatz von prosaischer Wirklichkeit und illusionistischer Realitätsflucht ein heutiges Pendant zu finden – die Traumfabrik des Kinos. Wenn sich der Vorhang öffnet, blicken wir in einen vollbesetzten Saal, in dem Cendrillon als kleine, unter dem Regiment ihrer bösen Stiefmutter leidende Putzkraft gerade das Ende eines Stummfilms über ihre eigene Geschichte sieht.
Hovenbitzer behält diesen Rahmen, leicht abgewandelt im königlichen Palast des zweiten wie in der Winterlandschaft des dritten Akts, für alle Bilder bei. Aus der Kinoleinwand treten die als Schneekönigin im weißen ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Uwe Schweikert
alpha
03.06. – 20.15 Uhr
Mahler: Rückert-Lieder
ML: Haitink, S: Gerhaher
03.06. – 20.40 Uhr
Annette Dasch: Gretchenfrage
Münchner Rundfunkorchester
17.06. – 20.15 Uhr
70 Jahre BR-Chor
ML: Jansons
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Haydn: Die Schöpfung
Mit Haydns Oratorium in einer Inszenierung von La Fura dels Baus eröffnete die...
Es ist das alte Spiel: «Hab mich ein bisschen lieb, dann wird aus mir doch noch ein anständiger Kerl», sagt er zu ihr. «Dafür hole ich dir die Sterne vom Himmel und lege dir die Welt zu Füßen.» Sie spürt eigentlich, dass es ihm nur um sich geht, erliegt aber schließlich doch seiner dunklen Faszination. Nur: Wir sind in der Oper, weshalb sie am Ende stirbt und von...
Gilbert-Louis Duprez auf der Bühne – als Arnold in Gioacchino Rossinis «Guillaume Tell». Gleich muss das berühmte «do di petto» kommen, das mit voller Brust geschmetterte hohe C, das das Publikum zur Raserei und Rossini an den Rand eines Herzinfarkts brachte. Doch es kommt nicht mehr. Vorhang. Nun hat Rossini Mitleid. Er nimmt den gescheiterten Ritter der Hochtöne...
