Sachdienlich
Mancher Mann wäre wohl gerne jener Luftstrom aus einem New Yorker Subway-Schacht Ecke Lexington Avenue und East 52nd Street, der die Schenkel der hinreißenden Platin-Blondine umkost und das weiße Kleid sich aufreizend bauschen lässt – überschäumenden élan vital und erotisches Versprechen suggerierend. Das Foto, als Wand- und Spind-Schmuck weltweit geliebt wie in Deutschland sonst nur noch Dürers «Hase», prägte entscheidend das Image von Marilyn Monroe.
Freilich war das alles, wie man weiß – inklusive des breiten «Cheese», des scheinbar unbezähmbaren Lachens – nichts als Pose. Denn die Monroe blieb trotz ihrer vielen Beziehungen letztlich auch im Leben so einsam, wie man sie am Morgen des 5. August 1962 fand. Tot, gestorben angeblich an einer Überdosis von Barbituraten, was freilich bis heute in Zweifel gezogen wird. Mord steht in den Mutmaßungen über Marilyns Tod im Raum. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Namen der Brüder Kennedy, auch jene einiger Mafiosi.
Das erwähnte Foto, nachgestellt mit der beflissenen Marilyn-Darstellerin Rebecca Nelsen im aufgeblähten Weißen, dient auch als Werbesignal für die Europäische Erstaufführung von Gavin Bryars’ Kammeroper «Marilyn ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhard Persché
Frau Romaniw, Sie sind nach dem Konservatorium nach Houston ins Opernstudio gegangen – eine schwierige Zeit für Sie.
Diese Nachwuchsprogramme nehmen einen hart ran. Das muss wohl auch so sein. Die Gelegenheit, mit erfahrenen Kollegen den Theateralltag zu teilen und auf der Bühne zu stehen, fand ich unbezahlbar. Doch stimmlich fing ich gefühlt wieder bei Null an.
Wi...
Natürlich haben die Großen der Musikwissenschaft sein «Ave Maria» verachtet. Was Charles Gounod da mit seiner 1854 veröffentlichten «Méditation sur le célèbre prélude de Bach» gemacht hat, ist purer Kitsch, die Versetzung des Gebets in die Sphäre der Salonmusik, rügt Carl Dahlhaus. Theodor W. Adorno nennt das Stück in seinen «Musikalischen Warenanalysen» gar eine...
JUBILARE
Gwynne Howell stammt aus Wales. Seine Gesangsausbildung absolvierte er am Royal Northern College of Music. Nach seinem Debüt 1968 an der Sadler’s Wells Opera wechselte er 1970 ans Londoner Royal Opera House, wo er nahezu alle großen Basspartien sang und vor allem als Verdi- und Wagnerinterpret gefeiert wurde. Howell war regelmäßiger Gast an der English...
