Leichter werden, schwerer sein
Die französischen Liedkomponisten zwischen Duparc und Poulenc, die über ihr Heimatland hinaus bekannt geworden sind, kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Welch ungehobene Schätze sich dahinter verbergen, zeigen immer wieder CD-Veröffentlichungen, die von jenseits des Rheins kommen. Zwei junge Sopranistinnen – Julie Roset und Parveen Savart – machen da keine Ausnahme, sondern warten in ihren ersten Solo-Alben mit einer Entdeckungsreise voller Überraschungen auf.
Beide gehen von Debussy aus, finden aber sonst ganz unterschiedliche Facetten stimmlicher und emotionaler Vielfalt zwischen Ekstase und Melancholie. Roset, Operalia-Preisträgerin 2023, besitzt die fertigere Stimme, ist die perfektere Gestalterin; Savart agiert stimmlich herber, körniger, besitzt aber den weiteren Radius und ein waches Sensorium für das, was die Mélodie, das französische Lied, an extremen Nuancen meist nur andeutet und nicht ausspricht.
Rosets Programm, die im Gleichklang mit ihr harmonierende Begleiterin Susan Manoff sagt es, «ist optimistisch»: eine von keiner Desillusionierung angekratzte Hommage an die Liebe, an die Frauen und das Leben. Mit ihrem hellen, hohen, ohne Kanten und Schärfen geführten ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Medien, Seite 38
von Uwe Schweikert
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