Lispeln, hauchen, bellen

Clara Barbier Serrano beeindruckt mit minimalistischer Vokalmusik

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Am Anfang war das heilige Wort, am Ende steht das losgelassene Mundwerk: Auf diese laxe Formel könnte man die 1000-jährige Entwicklung von der einstimmigen Gregorianik zur experimentellen Avantgarde der Gegenwart bringen, die das Wort zertrümmert, seine Semantik negiert und es in seine phonetischen wie akustischen Bestandteile zerlegt. Das Singen selbst wird zu einem unbegrenzten, alle Artikulationsmöglichkeiten der Stimme einschließenden Rezitationsstrom zwischen Ton und Verstummen.

Namhafte Interpretinnen dieser exzentrischen Kunst wie Sarah Maria Sun oder Juliet Fraser darf man ohne Zögern zu den großen Sängerinnen rechnen.

Jetzt überrascht die junge französische Sopranistin Clara Barbier Serrano, Absolventin des Pariser Konservatoriums, mit ihrer Debüt-CD «Woven words» – fünf radikal minimalistischen Vokalkompositionen von Héloïse Werner, Kaija Saariaho, Martin Matalon, Rebecca Saunders und Mikel Urquiza, die die literarischen Ausgangstexte auflösen und in einen autonomen Klangteppich verweben. Dabei spezialisiert sich Barbier Serrano keineswegs auf diesen Randbereich der Moderne. Sie hat barocke und klassische Partien wie die Titelpartie von Händels «Rodelinda» oder Mozarts ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: Medien, Seite 39
von Uwe Schweikert

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