Kulissenzauber
Fast alle europäischen Hafenstädte haben ihre seit den siebziger Jahren aufgegebenen und zunehmend verfallenden Areale in Wassernähe als Raum für die Stadterneuerung entdeckt: Die Docklands in Londons Osten beispielsweise sind zum wichtigsten Finanzzentrum Englands aufgestiegen, die Hamburger HafenCity erwies sich als das bedeutendste urbanistische Reformprojekt der hanseatischen Metropole seit Generationen. Auch Dublin hat das Potenzial einer Gegend erkannt, wo ehedem Schiffe be- und entladen wurden.
Die irische Hauptstadt, die bis zur jüngsten Immobilien- und Finanzkrise einen rasanten Aufschwung erlebt hatte, hofft darauf, dass die alten Docklands zu einem städtebaulichen Magneten werden. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das sogenannte Performing Arts Centre at Grand Canal Square, an dem derzeit gebaut wird. Entworfen hat den Komplex der in Deutschland spätestens seit Fertigstellung seines Jüdischen Museums in Berlin allseits bekannte Architekt Daniel Libeskind aus New York.
Typische Merkmale Libeskind’scher Baukunst finden sich auch in dem Dubliner Theaterbau wieder – etwa die kantige Form des Baukörpers oder die unregelmäßig geschlitzten Metallfassaden. Die architektonisch ...
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