Kulissenzauber
Fast alle europäischen Hafenstädte haben ihre seit den siebziger Jahren aufgegebenen und zunehmend verfallenden Areale in Wassernähe als Raum für die Stadterneuerung entdeckt: Die Docklands in Londons Osten beispielsweise sind zum wichtigsten Finanzzentrum Englands aufgestiegen, die Hamburger HafenCity erwies sich als das bedeutendste urbanistische Reformprojekt der hanseatischen Metropole seit Generationen. Auch Dublin hat das Potenzial einer Gegend erkannt, wo ehedem Schiffe be- und entladen wurden.
Die irische Hauptstadt, die bis zur jüngsten Immobilien- und Finanzkrise einen rasanten Aufschwung erlebt hatte, hofft darauf, dass die alten Docklands zu einem städtebaulichen Magneten werden. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das sogenannte Performing Arts Centre at Grand Canal Square, an dem derzeit gebaut wird. Entworfen hat den Komplex der in Deutschland spätestens seit Fertigstellung seines Jüdischen Museums in Berlin allseits bekannte Architekt Daniel Libeskind aus New York.
Typische Merkmale Libeskind’scher Baukunst finden sich auch in dem Dubliner Theaterbau wieder – etwa die kantige Form des Baukörpers oder die unregelmäßig geschlitzten Metallfassaden. Die architektonisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nur alle fünf Jahre findet der 1984 ins Leben gerufene und nach der Sängerin und Gesangspädagogin Mirjam Herlin (1911-2006) benannte Gesangswettbewerb in Helsinki statt. Er genießt internationales Ansehen und kann bereits auf eine stolze Siegerliste zurückblicken, in der sich Namen wie Vladimir Chernov, Olaf Bär, Andrea Rost, René Pape und Elina Garanca finden. Die...
In seiner Schrift «Werk und Wiedergabe» von 1929 schimpfte Hans Pfitzner gegen gewissenlose «Spielleiter», die den Geist der «Meisterwerke» verfälschen würden. Es gebe eine klare Hierarchie zwischen schaffenden und nachschaffenden Künstlern; ein «schöpferischer Interpret» sei ein Widerspruch in sich selbst. Das Schlagwort hieß damals «Klassikertod». Einige Jahre...
Schon zu Berlioz’ Lebzeiten galten «Les Troyens» in der fünfaktigen Version als unaufführbar. Der Komponist musste sein ehrgeizigstes Werk deshalb teilen. Was dann am
4. November 1863 unter dem Titel «Les Troyens à Carthage» im Pariser Théâtre-Lyrique zur Uraufführung kam, waren die letzten drei Akte. Die ersten beiden («La Prise de Troie») wurden zehn Jahre nach...
