Kostümfest
Gaetano Donizettis 1837 für Neapel komponierter «Roberto Devereux» wird meist als Bravourstück für Primadonnen missbraucht. In Karlsruhe drehen Yannis Thavoris (Bühne) und Mark Bouman (Kostüme) nun den Spieß um und blähen das strenge Kammerspiel zum opulenten Historienschinken auf. Die hohe, historischen Räumen nachempfundene Szene wird beherrscht von den Kostümen – 70 prunkvolle, hand- und maßgeschneiderte Unikate, davon allein vier Roben für die Königin, für deren Make-up, Hairstyling und glamourösen Perlenschmuck Gemälde der Zeit das Vorbild lieferten.
Sinnlich fassbar wird nur das Äußere, bis zum echten Kaminfeuer oder der Feder, mit der die Richter Devereux’ Todesurteil unterzeichnen.
Donizetti geht es in seiner «Oper der Emotionen» aber nicht um Historie – sie setzt nur den Rahmen der ineinander verklammerten Einzelschicksale, ist überdies weitgehend romantische Erfindung –, sondern um Liebe, heftig und (selbst-) zerstörerisch bis zum Tod. Die Figuren des Eifersuchtsdramas – die alternde englische Königin Elisabeth I., ihr junger Günstling Devereux, die Hofdame Sara Nottingham und deren Mann – sind Getriebene ihrer Leidenschaft. Elisabeth verzweifelt an der Liebe zu dem zum ...
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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Uwe Schweikert
alpha
05.05. – 20.15 Uhr
Vineta – Versunkene Stadt
Der «Echo Klassik» in der Kategorie «Ensemble/Orchester des Jahres» ging 2014 an den Chor des Bayerischen Rundfunks für eine CD mit Chormusik von Alfred Schnittke und Arvo Pärt. Teile daraus finden sich auch im Soundtrack zu dem experimentellen Konzertfilm «Vineta – Vokale Visionen».
arte
05.05. – 17.40 Uhr
Andris...
Schöner war Hoffnung wohl nie: «Zieh Gedanke, auf gold’nen Schwingen, / zieh und ruhe auf Fluren und Hügeln! / Lass die Sehnsucht den Lauf dir beflügeln, / bis zu Zions Gebirge und Tal.» Mögen diese luziden Verse nicht jedem Erdenbürger vertraut sein, die Musik dazu ist es mit ziemlicher Gewissheit – das Fis-Dur-Largo aus Verdis «Nabucco» zählt zu den...
Unheimliche Dinge vernahm man über den Beginn des neuen Werks. Ein ohrenbetäubendes Dröhnen soll bei der Premiere die Plüschbestuhlung im ehrwürdigen Brüsseler Opernhaus zum Zittern gebracht und die Ankunft des Raumschiffs apokalyptisch begleitet haben. Bei der fünften Vorstellung wollte man dem Publikum dann offenbar nicht mehr die volle Dosis des akustischen...
