Kooperation oder Okkupation?

eit Jahren gehen die staatlichen Zuwendungen (nicht nur) für Theater und Opernhäuser zurück. Während sich der Anteil der Steuermittel, der in die Etats fließt, kontinuierlich verringert, steigt die Bedeutung privater Geldgeber. Ein Beispiel: Während die Bayerische Staats­oper München vor fünf Jahren auf zwei Sponsoren bauen konnte, sind es inzwischen knapp neunzig. Auch andernorts sind Firmen und potente Privatpersonen mittlerweile viel umworbene Partner. Grund genug für eine ­aktuelle Bestandsaufnahme nichtöffentlicher Opern­finanzierung. Robert Jungwirth hat sich zum Thema «Opernsponsoring» besonders in Augsburg, Berlin und München umgesehen. Die Ergebnisse seiner Recherchen sowie ein Interview mit Sandra Wilgenbusch, Referentin beim Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, finden Sie auf den folgenden Seiten.

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Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum ­jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass die Förderer der Künste damit zudem die Aufmerksamkeit auf sich selbst steigerten, war eine wichtige, für manche sogar die wichtigste Motivation.

Seit jeher übt Oper, die pompöseste aller Kunstformen, eine besondere Anziehung auf jene Förderer aus, die mit ihren Zuwendungen auch die eigene Sache ins rechte Rampenlicht rücken wollen. Das war im Barockzeitalter so, und das ist auch heute noch so: Je mehr die öffentliche Hand die Mittel für die Opern­theater in Deutschland zurückfährt, desto stärker sind Sponsoren gefragt, die helfen, Finanzierungslücken zu schlie­ßen. Und die Sponsoren erwarten für ihre Mildtätigkeit natürlich Gegenleistungen – in Form von Publicity.
Um das Fünffache habe die Bayerische Staatsoper in München ihre Sponsoringeinnahmen in den vergangenen vier Jahren steigern können, vermeldet das Theater ...

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Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Thema, Seite 34
von Robert Jungwirth

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Editorial

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