Kooperation oder Okkupation?
Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass die Förderer der Künste damit zudem die Aufmerksamkeit auf sich selbst steigerten, war eine wichtige, für manche sogar die wichtigste Motivation.
Seit jeher übt Oper, die pompöseste aller Kunstformen, eine besondere Anziehung auf jene Förderer aus, die mit ihren Zuwendungen auch die eigene Sache ins rechte Rampenlicht rücken wollen. Das war im Barockzeitalter so, und das ist auch heute noch so: Je mehr die öffentliche Hand die Mittel für die Operntheater in Deutschland zurückfährt, desto stärker sind Sponsoren gefragt, die helfen, Finanzierungslücken zu schließen. Und die Sponsoren erwarten für ihre Mildtätigkeit natürlich Gegenleistungen – in Form von Publicity.
Um das Fünffache habe die Bayerische Staatsoper in München ihre Sponsoringeinnahmen in den vergangenen vier Jahren steigern können, vermeldet das Theater ...
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Fast zehn Jahre hat sich Pascal Dusapin für sein viertes Bühnenopus «Perelà – uomo di fumo» Zeit genommen. Und – um es vorweg zu sagen – jede Minute der ausgedehnten Inkubationsphase hat sich ausgezahlt: ein großer Wurf! In dem durch einen Roman des italienischen Futuristen Aldo Palazzeschi («Il codice di Perelà», 1911) inspirierten, 2003 an der Pariser...
Als ich ihm nach der Premiere von «Die Liebe der Danae» an der Bayerischen Staatsoper 1988 gratulieren wollte, grinste er nur und winkte ab. Der Pollux, das sei eine Witzfigur und keine richtige Partie. Ganz realistisch war James King in seiner Selbsteinschätzung, und er konnte sich darüber amüsieren, dass diese Strauss’sche «Heitere Mythologie» eigentlich eine...
Zu den heimlichen Herrschern der Opernszene gehören sie nicht. Noch nicht? Bis vor wenigen Jahren waren Sponsoren kein wirklich großes Thema für unsere Opernhäuser. Das hat sich geändert. Die Bayerische Staatsoper zum Beispiel konnte ihre Sponsoreneinnahmen seit 2001 um das Fünffache erhöhen. Und dies ist nur ein besonders signifikantes Beispiel. Je mehr sich der...
