Komm, süßer Tod
Søren Kierkegaard war nicht nur ein begnadeter Philosoph und ausgefuchster Menschen(schwächen)kenner, er besaß zudem eine tiefe Neigung für die Kunst, speziell die Musik. Mit Blick auf den «Don Giovanni» prägte Kierkegaard in seinem geschichtsphilosophischen opus magnum «Entweder – Oder» den Begriff des «Sinnlich-Genialen» – nicht ohne einzuschränken, die sinnliche Liebe bedeute ein Verschwinden in der Zeit, welches eben Mozarts Musik zum Ausdruck bringe.
Und gerade darin liegt die Verdammnis des Titelhelden: Jede seiner Verführungen ist im Moment ihres Gelingens bereits Vergangenheit, jeder Sieg verwandelt sich augenblicklich in die Erinnerung an diesen Sieg; Giovanni ist, auf Gedeih und (diabolisches) Verderben, dem Zwang zur Wiederholung ausgeliefert und kann doch seinem Schicksal nicht entgehen.
Mozart erkannte dies. Nicht nur spiegelt die Gattungsbezeichnung dramma giocoso den dauerhaften Umschlag von der Komödie in die Tragödie. Schon die Ouvertüre ist Signifikat dieses dialektischen Prozesses: Der Beginn dunkel-dämonisch in d-Moll, jener Tonart, die auch später, bei Verdi, Puccini et ceteris Synonym für dräuendes Ungemach ist; plötzlich die Wendung nach Dur, ins ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
alpha
12.08. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2018 mit Diana Damrau
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
ML: Macelaru
arte
01.08. – 05.00 Uhr
Nemanja Radulovic spielt Bach
Konzert des französisch-serbischen Geigers im Pariser Théâtre des Champs-Elysées
04.08. – 20.15 Uhr
Mozart: Die Zauberflöte
Live von den Salzburger Festspielen 2018
ML: Carydis, I:...
Denkt man, bei Tag oder Nacht, an Meyerbeer, ist man nicht um den Schlaf gebracht. Ganz im Gegenteil: Seine Opern erfreuen sich zu Recht größter Beliebtheit, allen voran die Trias aus den Großwerken «Les Huguenots», «Le Prophète» und «Robert le diable»; auch «L’Africaine» respektive «Vasco da Gama» hat es, siehe Chemnitz, Berlin und Frankfurt, wieder auf die Bühne...
Er war ein Romantiker reinsten Wassers. Schon früh hatte Barry McDaniel seine künstlerische Heimat gefunden: in den Liedern von Schumann, Wolf, Brahms, vor allem aber bei Schubert. «Ich fühlte von Anfang an eine tiefe Verbundenheit und eine Seelenverwandtschaft», bekannte er im Begleitheft zur «Winterreise», die er 1972 mit Aribert Reimann in London aufgenommen...
