Königliches Vergnügen

Versailles | Lully: Atys

Opernwelt - Logo

Als Ludwig XIV. ab 1661 ein altes Jagdschloss seines Vaters in eher sumpfig-fiebrigem Gelände zur Residenz ausbauen ließ, hatte das zwei Gründe. Er wollte, fern von Paris, den aufständischen Adel domestizieren, den er an den neuen Hof band. Und er wollte sich eine Kulisse seiner Herrschaft schaffen, die seinen Ruhm inszenieren, spiegeln, steigern und vor allem überdauern sollte. Das ist ihm gelungen. Versailles wurde zu seinem Symbol schlechthin.

Mehr denn je und noch perfekter in Szene gesetzt, seit die Königsresidenz vor einigen Jahren in eine GmbH umgewandelt wurde, die sich ihren Etat selbst verdienen muss. Die Sonne des alten Königs, nach allen, nicht immer subtilen Marketing-Regeln des Tourismus neu zum Glühen gebracht, strahlt über Versailles in größter Helligkeit.

Was lassen sich da erst für modische Synergien erzeugen, wenn sich zudem zwei Premiummarken zusammentun? So geschehen diesen Festival-Sommer zwischen der Feier- und Event-Abteilung von Versailles – ja, so etwas gibt es, hier vornehmer «Versailles spectacles» genannt – und dem nicht nur in Frankreich seine Klassiksparte zunehmend ausbauenden Label «Naïve». Dessen Vorzeigestück ist gegenwärtig die weltweit Furore ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 71
von Manuel Brug

Weitere Beiträge
Mythen, Maskeraden, Mission

Das Glück steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein wenig erschöpft, strahlend, ins Gespräch mit Freunden vertieft, schlendert Markus Hinterhäuser durch die Altstadt zur Salzach hinunter, hinüber zum Platzl auf der anderen Seite des Flusses. Nicht weit von hier, am Mozarteum, hat er studiert. Salzburg ist seine Stadt. Seit 1993 arbeitet er nun für die Festspiele, wenn...

Nacht des Schicksals

Der Bodensee ist eine Badewanne. Aber nicht irgendeine. Sondern gleich die berühmteste Wanne der politischen Geschichte. Kein Geringerer als Jean-Paul Marat sitzt hier, jener erst als Publizist der Schlächter wütende, dann zur Milde neigende Volkstribun, den am 13. Juli 1793 die fromme und friedliebende normannische Jungfrau Marie Charlotte Corday d’Armont in...

Französisches Barockglück

Wenn auch nicht seine letzte Oper, so ist die 1686 uraufgeführte «Armide» dennoch der Gipfel von Jean-Baptiste Lullys musikdramatischem Schaffen: die Erfüllung eines Prozesses musikdramatischer Verknappung, den der Komponist und sein Librettist Philippe Quinault 13 Jahre zuvor mit ihrer ersten Tragédie lyrique «Cadmus et Hermione» begonnen hatten. Klar und...