Anregend, ausgewogen, aufregend
Aufnahmen im Mehrkanalton-Verfahren tendieren oft zu einer gewissen Weichzeichnung. Der Klang ist räumlicher, aber oft auch weniger scharf konturiert. Man mag das bedauern, doch dem «Parsifal», der im Dezember 2010 mit den Philharmonikern des Niederländischen Rundfunks unter Jaap van Zweden anlässlich einer konzertanten Aufführung in Amsterdam mitgeschnitten wurde, kommt das zugute. Die Aufnahme liegt nun auf vier SACDs vor. Die von Wagner für das Bayreuther Festspielhaus konzipierten Klangfarben kommen, nicht zuletzt dank der hochauflösenden Technik, bestens zur Geltung.
Das Orchester soll ja nicht in unendlich ausdifferenzierte Einzelstimmen zerfallen, sondern neue, unerhörte Abtönungen und Mischklänge hervorbringen. Davon zeugt dieses audiophile Dokument in hohem Maße, vor allem im Zusammenspiel von Orchester und Sängerstimmen. Van Zwedens Dirigat ist nicht spektakulär, gerade deshalb beeindruckt es. Kein falsches Pathos, keine übertriebene Weihe. So bleibt er knapp über vier Stunden Spielzeit. Ähnlich wie Valery Gergiev in der zuletzt erschienenen «Parsifal»-Produktion (siehe OW 12/2010) vertraut van Zweden auf einen eher weichen Orchesterklang. Dafür gelingen das Gleißen, die ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 48
von Christoph Vratz
So viel Moderne war lange nicht mehr in Salzburg. Markus Hinterhäuser, dem Musikerintendanten für einen Sommer, wurde im Vorfeld übel mitgespielt. Der Erfolg des Sommers 2011 ist sein persönlicher Triumph. Dazu gehört eine Rückbesinnung auf Nonos «Prometeo» und das postdramatische Musiktheater; Janáceks «Die Sache Makropulos», von Christoph Marthaler mit einer...
Zu erwarten war der Flop nicht. Sebastian Baumgarten kann ein ernsthafter, ein bisschen abgehobener Hinterfrager sein, jemand der wirklich zu Inhalten durchdringen will und nicht bloß Plots aufmöbelt. Auf diese Weise ist ihm – nur ein Beispiel – in Kassel ein hellhöriger «Rosenkavalier» gelungen. Nix Happy End. Octavian und Sophie hatten so zuckersüße Grillen im...
Messiaen und Mozart, Srnka und Krétakör – das macht: zwei große Premieren, zwei neue Kammeropern. Dazu, in fünf Festspielwochen, zwölf Werke des Repertoires, einschließlich der Neuproduktionen der Saison, Ballett, Konzerte, Liedrecitals, «Oper für alle», Jugendprogramme, die kunstintellektuellen Zugaben mit Film- und Medienkunst, Ausstellungen, Lectures. Das größte...
