Klischeeschleuder

Kálmán: Die Herzogin von Chicago DETMOLD | LANDESTHEATER

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In Kálmáns Operetten geht es eigentlich immer um Geld. Beziehungsweise um den chronischen Mangel daran – bei denjenigen, die fieberhaft am gesellschaftlichen Aufstieg arbeiten, ebenso wie bei Menschen, die den Abstieg aus ihrem feudalen Luxusleben verzweifelt aufhalten wollen. Aus dem Spannungsfeld zwischen dem Niedergang des feudalen Systems und dem Aufstieg eines selbstbewussten Bürgertums beziehen diese Bühnenwerke ihre Dramaturgie.

Besonders deutlich wird dieses Muster in der «Herzogin von Chicago», die weit seltener gespielt wird als «Die Csárdásfürstin» oder «Gräfin Mariza». Hier nimmt das Muster eine neue Wendung, denn ist Amerika nicht mehr nur das ferne gelobte Land, das Csárdásfürstin Sylva Varescu noch zu lukrativen Tourneen lockte. In Gestalt der reichen New Yorkerin Mary Lloyd fällt die Kaufkraft der Neuen Welt mit Macht in eine Budapester Tanzbar ein. Den Clash der Kulturen übersetzt Kálmán in ein musikalisches Duell zwischen Charleston und Csárdás. Mary Lloyd liebt aber nicht nur den Charleston, sie möchte sich auch mit einem Adeligen schmücken, den sie zu kaufen gedenkt. Sandor Boris wiederum, Erbprinz des fiktiven Landes Sylvarien, braucht dringend Geld zur ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Regine Müller

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Gemalt, nicht geträumt

Am Ende gibt es keinen filigranen Pinselstrich mehr, da greift sie flugs zur breiten Borste. Mit fettem Schwarz übertüncht Senta ihr Gemälde, und parallel dazu färbt sich der heruntergelassene Gaze-Vorhang dunkel – auf dass nichts mehr zu sehen ist vom Holländer und der vierstöckigen Hochzeitstorte, vor der Matrosen und Gäste verröcheln, manche voller Blut; eine...