Kinder, macht Neues!
Um das zehnjährige Bestehen des Linzer Opernhauses zu feiern, ist eine neue «Meistersinger»-Inszenierung eine gute Wahl. Noch dazu, wenn Markus Poschner und das Bruckner Orchester so transparent, so packend aufspielen und Paul-Georg Dittrich (Regie) und Sebastian Hannak (Bühne) sich der Szene derart originell annehmen. Selbst kecke Eingriffe – ein Kinderchor ersetzt den Nachtwächter, Eva singt Stolzings «Will ohne Meister selig sein» – wirken an diesem Abend plausibel.
Das Ganze beginnt in Evas Kinderzimmer, mit Riesenteddy in der Ecke und mechanischen Aufziehpuppen.
Auf dem Zwischenvorhang steht der Satz «Mir ist, als wär’ ich gar wie im Traum!» Die Inszenierung folgt ihm – werktreu, dabei innovativ; durchdacht, dennoch spontan. Dittrich wählt die Perspektive eines Teenagers, der zwar in einer behüteten Welt aufwächst, aber nach deren Regeln als verpacktes Preisgeld mit roter Schleife an den Sieger eines Wettstreits verschenkt werden soll. Wie sehr Eva durch diese Prozedere bedroht wird, zeigt sich besonders deutlich in der Werbeszene. Die «Meister» gehen in ihren schwarzen Anzügen und den bedrohlichen Spitzhüten aggressiv auf den ins Kinderzimmer hineingeträumten Ritter los; ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Joachim Lange
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Gar nicht, höchstens bei kurzfristigen Umbesetzungen.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Oper geht überall.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Heimlich E-Mails und sonstige Textnachrichten schreiben.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Keine. Das ist immer eine Frage der Interpretation.
Welche Oper...
Das Ding, um das es heute gehen soll,
Ist super alt, von Sechzehnhundertseben:
Es liebt der Orpheus seine «Dittsche» voll,
Am Arsch der Welt, genauer: Kreisstadt Theben.
Ein Ort, besetzt von vielen fiesen Tieren.
Die «Dittsche» stirbt am Biss von einer Viper,
Drum greift er prompt zum Instrument der Iren:
Zur Harfe – singt, da kommt vom Gate der Keeper
Und meint:...
Choreografieren
Ihre Arbeiten stehen für Heterogenität, Offenheit und Intensität. Damit hat sich Marlene Monteiro Freitas erst als Tänzerin, dann als Choreografin international einen Namen gemacht. Am Musiktheater an der Wien inszeniert sie nun auch eine Oper: Bergs «Lulu». Wir schauen zu
Singen
Ihre Anfänge liegen im Dom zu Köln. Dort sang Anna Lucia Richter im...
