Eine knifflige Aufgabe
Herr Gago, wie wird man Opern-Übersetzer?
Ich übersetze eigentlich hauptsächlich Literatur – zum Beispiel alle Bücher des New Yorker Musikpublizisten Alex Ross. Was die Opern-«Karriere» angeht, habe ich viel Glück gehabt und war oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Als die CD kam, übersetzte ich Hunderte von Booklets, mit Aufkommen der DVD dann zahllose Untertitel, wie dann bei den Streams …
Gibt es Unterschiede zwischen den Übertiteln für Fernsehen oder DVD und denen bei den Streams aus der Met?
Was die Übertitel angeht, ist das in etwa das Gleiche. Aber bei den Streams ist viel mehr zu tun – für Covent Garden etwa muss ich vier verschiedene Übersetzungen machen: Das Skript für die Präsentation, die Moderationen, die Operntexte selbst und das «Docutainment» für die Streaming-Pausen – Probenausschnitte, Interviews und so weiter.
Die Operntexte sind dann aber immer identisch, oder?
Nein – auch hier gibt es mehrere Arten von Übersetzungen: Erstens, die Übersetzung, die gedruckt wird, zweitens die für die Übertitel – und, auch das gehört manchmal dazu, drittens die Übersetzung, die dann gesungen werden soll. Das ist etwas ganz anderes – und das Schwierigste. Die erste Version ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Stephan Knies
Georg Friedrich Händels Oratorium «Hercules» kam 1745 am Londoner King’s Theatre zur Uraufführung, wo der große Hallenser – mal mit Erfolgslorbeeren bedacht, mal von Konkurrenz und blöden Zufällen geplagt – gewirkt hatte. Das King’s Theatre ist längst tot (seit 1986 läuft dort ausschließlich «The Phantom of the Opera»), der frisch in der Westminster Abbey gekrönte...
Die Hauptsache ist es, das Ballett zuerst aus dem Weg zu schaffen; die Oper allerdings ist so fesselnd, und ich mag die Geschichte so sehr» – so schrieb Peter Tschaikowsky an seinen Bruder Anatol. Die Oper war denn auch ein voller Erfolg, das Ballett dagegen langweilte bei der gemeinsamen Uraufführung 1892 am Petersburger Mariinski-Theater. Doch die Oper wurde...
Operneinakter gehen nicht, auch nicht im Doppelpack, heißt eine eiserne Theaterregel. Strauss’ «Salome» und «Elektra» gelten inzwischen als abendfüllend; eine Ausnahme wie das zwangsverheiratete Verismo-Paar «Cavalleria rusticana» und «Pagliacci» bestätigt nur die Regel. Frankfurts Intendant Bernd Loebe, kein Freund großer Worte, hat sich davon noch nie beirren...
