Keine Sonne, nirgends

Puccini: Turandot an der Oper Straßburg

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Antonio Pappano hat es im Kontext zu seiner aktuellen «Turandot»-Einspielung sehr richtig beschrieben: Mögen Franco Alfanos Ergänzungen von Giacomo Puccinis unvollendeter Oper auch stilistisch nicht ideal sein – sie sollten nicht gekürzt werden. Denn das «Schmelzen der Eisprinzessin» bedarf dieser musikalischen Ausdehnung, um annähernd nachvollziehbar zu sein.

In Emmanuelle Bastets Neuinszenierung an der Opéra national du Rhin ist dieser lange Dialog in Alfanos Originalfassung ein zentrales Moment.

Auf der schwarzen Bühne steht als einziges Requisit ein großes weißes Bett. Auf dem wälzt sich die Prinzessin hin und her, während Calaf seine berühmte Arie singt: «Nessun dorma», keiner schlafe … Das gilt auch für Turandot – sie durchlebt den Albtraum ihres Lebens. Bastet spürt dem Trauma der Turandot psychoanalytisch nach. Deren Grausamkeit – ist sie nicht zuletzt das Ergebnis einer Abschottung gegen die ganze Männerwelt? Man ahnt, dass nicht einer Urahnin Schlimmes durch diese widerfahren ist, sondern Turandot höchstselbst. Und so steht der lange Schlussdisput zwischen ihr und Calaf in der inszenierten Isolation in der Tradition anderer großer verhinderter Opernpaare: Turandot und ...

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Opernwelt August 2023
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Alexander Dick

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