Kein bisschen alt geworden
Am Anfang ist schon alles vorbei: Das Personal von Aribert Reimanns «Gespenstersonate» nach August Strindberg liegt in der neuen Produktion der Staatsoper in der Schiller-Theater-Werkstatt am Boden. Bis ein junger Mann hereinstürzt, der Student Arkenholz – nun regen sich die Toten, raffen ihre alten Rollen zusammen, um sie noch einmal zu spielen.
Otto Katzameier, im Hauptberuf begnadeter Bariton neuer Musik, hat Reimanns bereits 26-mal produziertes Erfolgsstück inszeniert – in Berlin ist es schon die dritte Produktion seit der Uraufführung 1984 durch die Deutsche Oper im Hebbel-Theater. Die Ausstattung beschränkt sich weitgehend auf einen großen Tisch – die Inszenierung kann also auch nach dem Umzug ins Haus Unter den Linden problemlos nachgespielt werden – entwickelt aber dennoch einen erheblichen Sog. Dass sich sämtliche Bewohner dieses Hauses etwas vormachen und niemand der ist, der er vorgibt zu sein, wird zum Grundprinzip von Katzameiers Regie: Direktor Hummel etwa wirkt ausgesprochen agil beim Versuch, den Studenten in diese hermetische, von Welt und Luft abgeschlossene Sphäre zu ziehen; erst spät setzt er sich in den Rollstuhl und simuliert Alter und Krankheit.
Damit zieht ...
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