Ins Dunkle

Prokofjew: Der feurige Engel
Zürich | Opernhaus

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Calixto Bieito war lange Advokat eines nimmermüden Blut- und Sperma-Theaters, Skandalnudel mit kalkulierbarem Provokationsausfluss. Doch die Zeiten haben sich geändert, Bieitos Position im Musiktheaterbetrieb ebenfalls. Mit seiner Inszenierung von Sergej Prokofjews «Feurigem Engel» in Zürich beschert uns der Regisseur einen ganz großen Abend.

Renata war acht Jahre alt, als ihr die Lichtgestalt des Engels Madiel erstmals erschien. Tag für Tag spielten sie miteinander, manchmal auch mit Puppen.

Als sie ihm mit 16 bedeutete, es dürfe auch etwas mehr sein, verschwand der zornig gewordene Engel spurlos. In einem Grafen Heinrich glaubte sie ihn wiederzuerkennen. Doch auch der ließ sie sitzen. Nun sucht sie pausenlos nach dem Verschollenen, hört alle Dämonen dieser Welt an Wände klopfen, bis der Inquisitor sie einem Exorzismus unterzieht. Renata stirbt den Flammentod: Sie selbst ist der feurige Engel.

Wahn, Wahn, überall Wahn, würde Wagners Hans Sachs diagnostizieren. Eine ver(w)irrte Seele, Schizophrenie, Traumata, Depressivität, kurz: Neurosen aller Arten, das Mittelalter, wo es am finstersten ist. Und früher Missbrauch ist gewiss auch im Spiel. Prokofjew fand den Stoff bei dem ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Heinz W. Koch

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