In der Summe diffus
Vor zwei Jahren inszenierte Thorleifur Örn Arnarsson in Bayreuth den «Tristan» in statischen Tableaus und düsteren Rätselbildern. Nun macht er sich in Zürich an den «Tannhäuser» und nimmt auch dieses Werk nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn er Tobias Kratzers spritzige Bayreuther Inszenierung einmal zitiert, in der viel gelacht werden konnte, sieht er – wie er im Programmheft sagt – «existentielle Heimatlosigkeit» am Werk und begreift die Handlung als einen sich ständig wiederholenden Traum, weshalb er sie konsequent in Tannhäusers Kopf verlegt.
In der Ouvertüre wabert Pyronebel über die Bühne, weiß gekleidete Männergestalten irren orientierungslos umher, stolpern und straucheln, sie heben die Hände, berühren einander und fallen zu Boden. Rasch wird deutlich, dass es sich um Alter Egos von Tannhäuser handelt, die sich gegenseitig zu Fall bringen und wieder aufhelfen. Für die Venus-Szene fährt der lange Tisch herein, zahllose leer getrunkene Gläser sind offenbar von einer rauschenden Party übrig geblieben.
Im folgenden Dialog sitzen Tannhäuser und Venus dann so weit voneinander entfernt an diesem Tisch, wie weiland Olaf Scholz und Putin im Kreml. Dann entern Landgraf Hermann ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Regine Müller
Gioachino Rossinis «Tancredi» ist auf den Spielplänen nicht häufig zu finden. Dabei markierte das 1813 uraufgeführte Melodramma eroico für den 20-Jährigen einen Durchbruch sowie den Aufstieg in die erste Liga der Opernkomponisten Europas. Die berühmte Arie des Titelhelden «Di tanti palpiti» ist in Italien bis heute ein volkstümlicher Hit und auch in Galakonzerten...
Herr Bruns, muss denn der Siegfried unbedingt sein?
Natürlich! Meine Mutter heißt doch Brunhilde. Aber im Ernst: Die Frage könnte man sich für den gesamten «Ring» stellen. Wenn man Wagner mag, dann ist die Antwort eindeutig: Ja, es muss sein. Ob der Siegfried bei mir persönlich sein muss, mit dieser Frage bin ich lange schwanger gegangen. Mittlerweile habe ich aber...
Die Zauberin bedarf keines illusionistischen Blendwerks. Keiner üppig wuchernden Zauberinsel, keines Tricks, abgelegte Liebhaber in Tiere zu verwandeln. Alcina selbst ist der Zauber. Ihre Magie leitet sich aus der gewinnenden Offenheit ihres Liebens, der Echtheit ihrer Empfindungen, der Leichtigkeit und Anmut ihres Seins her. Die Zauberin erschuf eine Welt, deren...
