Kampf der Kulturen

Rossinis Melodramma eroico «Tancredi» im Vergleich: allzu klischeehaft in Frankfurt, überaus geistreich in Köln

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Gioachino Rossinis «Tancredi» ist auf den Spielplänen nicht häufig zu finden. Dabei markierte das 1813 uraufgeführte Melodramma eroico für den 20-Jährigen einen Durchbruch sowie den Aufstieg in die erste Liga der Opernkomponisten Europas. Die berühmte Arie des Titelhelden «Di tanti palpiti» ist in Italien bis heute ein volkstümlicher Hit und auch in Galakonzerten ein Dauerbrenner.

Dass «Tancredi» in Gänze aber nicht annähernd so präsent ist wie «Il barbiere» oder «L’italiana in Algeri» liegt auch daran, dass Rossinis dynamisch vorantreibender Ziergesang für heutige Ohren eher mit Heiterkeit und lustigen Verwicklungen in Einklang gebracht wird als mit Ereignissen von dramatischer Fallhöhe. Was wiederum mit der Entwicklung der Musikgeschichte zu tun hat, die sich in Italien mit Verdi und dem späteren Verismo bei ernsten Sujets ganz von den vokalen Perlenketten abwandte. Wie also umgehen mit diesem ernsten Rossini, dessen Partitur Stendhal aufgrund ihrer Frische und Jugendlichkeit besonders stark beeindruckte? Alles an diesem Werk sei einfach und rein, schrieb der französische Romancier in seinem Buch über Rossini und bezeichnete sich selbst als einen «Rossinisten des Jahrgangs 1815», ...

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Opernwelt August 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Regine Müller

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