In der Krise helfen nur Komödien
Das alte Rigaer Stadttheater steht noch. Hier war Richard Wagner von 1837 bis 1839 Kapellmeister, gastierten Clara Schumann, Liszt, Berlioz und Anton Rubinstein auf der Reise nach St. Petersburg. Der in die engen Häuserzeilen der Altstadt gezwängte Theatersaal stürzte jedoch bei einer «Dame blanche» ein und wurde 1863 durch ein großzügiges neues Haus am Stadtrand ersetzt. Auch dieser innen ausnehmend schöne, nach einem Brand 1888 erneuerte, akustisch atemberaubend klare Bau hat eine große Tradition. Musikalische Leiter waren u. a.
Bruno Walter (1898-1900), Fritz Busch (1909/10), Clemens Krauss (1913/14), Lovro von Matacic und Leo Blech (1938-1941), der mit Heinz Tietjens Hilfe nach Lettland floh. Hier inszenierte Max Reinhardt 1931/32 «Die Fledermaus» und «Orpheus in der Unterwelt», Walter Felsenstein 1939 beinahe einen «Maskenball», Nikolaj Ochlopkov 1941 A. Kalnins’ lettische Nationaloper «Banjuta» (1920) und Lettlands Regie-Star Alvis Hermanis 1995 zur Wiedereröffnung nach durchgreifender Sanierung Janis Medins’ «Uguns un nakts» («Feuer und Nacht», 1916). 2013 feiert das Haus 150-jähriges Jubiläum und Wagners 200. Geburtstag mit dem «Ring des Nibelungen» in der Regie von Stefan ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man muss nicht immer Opern gegen den Strich bürsten. Stoffe wie «Così fan tutte» entfalten gerade ohne krampfhafte Aktualisierung großen Reiz. Bei der Züricher Neuproduktion verlegt Sven-Eric Bechtolf die Geschichte in die Entstehungszeit des Werkes. Im wissenschaftsgläubigen Zeitalter der Aufklärung ist der von Don Alfonso (präsent: Oliver Widmer) angeregte...
Sollte die Musikgeschichtsschreibung ein Genie übersehen haben? Domènec Terradellas wurde 1713 in Barcelona geboren und starb 38 Jahre später in Rom. Seine dreiaktige Metastasio-Oper «Artaserse», 1744 für Venedigs Teatro San Grisostomo komponiert, lässt gleich mit ihrer Eingangsarie aufhorchen. Überrascht vernimmt man in Melodieführung, Harmoniebildung und...
Als die Met 1991 John Coriglianos «The Ghosts of Versailles» herausbrachte, war jedem klar, dass die Oper zu lang ist. Aber wen interessierte das? Corigliano und sein Librettist William M. Hoffmann hatten in dem von ihnen erfundenen Genre der grand opera buffa eine mitreißende Arbeit abgeliefert, in der Mozarts und Rossinis «Figaro»-Personal auf die Gespenster...
