Glotzt nicht so romantisch
«Der junge Lord», das Produkt engster und einvernehmlichster Zusammenarbeit des Komponisten Hans Werner Henze und der Dichterin Ingeborg Bachmann, ist ein vertracktes Stück: Es bietet eine gut geölte Komödienmaschinerie mit scharf umrissenen Typen und eine effektvolle, raffiniert instrumentierte Musik, die als moderne Reinterpretation klassischer Topoi der komischen Oper daherkommt, Ausflüge in die Tonalität und augenzwinkernde (Beinahe-)Zitate eingeschlossen.
Doch diese nur scheinbar «liebenswürdige» Außenseite verbirgt Abgründe: Die biedermeierliche Gesellschaft, die einem Betrüger auf den Leim geht, der ihr einen dressierten Affen als exzentrischen Jung-Adligen verkauft – sie wird zwar in ihrer Borniertheit entlarvt, in ihrem Lebenshunger aber auch ganz ernst genommen. Die Not der Nachkriegsjahre hat hier ihre Spuren hinterlassen: Die endemische Sehnsucht nach ein bisschen Glanz und Farbe im tristen Leben hatten Henze und Bachmann schließlich selbst erlebt, und beide waren vor der erstickenden Konventionalität des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland nach Italien geflohen. Unterdessen schickte sich die Kulturindustrie an, alle denkbaren Bedürfnisse mit Surrogaten zu ...
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Maestro Muti, Sie sind ein leidenschaftlicher Anwalt der Musik Ihrer Heimatstadt Neapel. Umso mehr erstaunt es, dass Sie sich bei Rossinis «Moses» nicht für die neapolitanische Urfassung, sondern für die spätere französische Version entschieden haben...
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Eine Gemeinschaftsproduktion von Oper und Ballett. Für Christian Spuck, den renommierten Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts, ist der Weg des Orpheus, wie ihn Glucks Musik erzählt, eine Jenseitsreise, eine Initiation, die den thrakischen Sänger bei seinem Versuch, seine tote Geliebte wiederzugewinnen, über die Erde hinaus in die Unterwelt und ins Elysium...
