Edle Einfalt, wenig Größe

Gluck: Orphée et Euridice in Stuttgart

Opernwelt - Logo

Eine Gemeinschaftsproduktion von Oper und Ballett. Für Christian Spuck, den renommierten Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts, ist der Weg des Orpheus, wie ihn Glucks Musik erzählt, eine Jenseitsreise, eine Initiation, die den thrakischen Sänger bei seinem Versuch, seine tote Geliebte wiederzugewinnen, über die Erde hinaus in die Unterwelt und ins Elysium führt. Das gedankliche Konstrukt einer traumhaft-surrealen Deutung, das der Aufführung zugrunde liegt, trägt deutlich die Handschrift des Dramaturgen Sergio Morabito.

Aber auch hier gilt: Die Qualität des Essens beweist sich, wenn es auf den Tisch kommt, mag sich das Rezept noch so überzeugend lesen.
Und hier hapert es in Stuttgart. Das beginnt beim Bühnenbild von Christian Schmidt, einem weiß gekalkten, heruntergekommenen Ballsaal, der nach hinten mit einer kleinen Bühne abschließt – ein praktikabler Raum, aber anders als die Räume Anna Viebrocks, die hier Pate standen, ohne jedes Geheimnis. Von des Gedankens Blässe angekränkelt bleibt auch Spucks Regie. Zwar lockert er die Chor-Tableaus immer wieder geschickt mit Aktionen auf, kann aber je länger der Abend dauert desto weniger verbergen, dass eine psychologische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kühne Wahl

Lord Ashburton, Schirmherr der Grange Park Opera, arbeitete 39 Jahre lang als Investment Banker. In seinem Geleitwort zur aktuellen Spielzeit spricht er vor allem von der Finanzkrise. Das von Wasfi Kani seit zwölf Jahren geleitete Festival in Hampshire ist nur
lebensfähig, wenn sich die Karten (aktuell zu Preisen zwischen 50 und 115 Pfund) verkaufen lassen und...

In der Krise helfen nur Komödien

Das alte Rigaer Stadttheater steht noch. Hier war Richard Wagner von 1837 bis 1839 Kapellmeister, gastierten Clara Schumann, Liszt, Berlioz und Anton Rubinstein auf der Reise nach St. Petersburg. Der in die engen Häuserzeilen der Altstadt gezwängte Theatersaal stürzte jedoch bei einer «Dame blanche» ein und wurde 1863 durch ein großzügiges neues Haus am Stadtrand...

Glänzend disponiert

Die Enttäuschung darüber, dass der von Stress und Pech verfolgte Rolando Villazón sich nicht in Baden-Baden für die Rolle des Werther würde einfinden können, war groß. Viele Besucher machten Gebrauch von dem Angebot, die Karten zurückzugeben. Sie verpassten so nicht nur eine glänzend disponierte Elina Garanca, deren Charlotte vergessen machte, dass «Werther» die...