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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Service, Seite 72
von
Violetta als Opfer männlicher Begierden, zur Hure gemacht, in den Tod getrieben – so lässt sich das Beuteschema der szenischen Annäherungsversuche skizzieren, die das Bühnenleben der «Traviata» seit vielen Jahren prägen. Auch wenn das historische Weichbild ihrer tragischen Geschichte, die opulenten Salons im Paris des Second Empire, längst von Ansichten aus der...
Opernaufführungen in bourgeoisem Ambiente anzusiedeln – vorzugsweise in Treppenhäusern bürgerlicher Villen – scheint en vogue. Claus Guth hielt dies schon öfter so, bei seinem «Fliegenden Holländer» in Bayreuth beispielsweise oder beim Salzburger «Figaro». Auch Mariame Clément verortete Rameaus «Castor et Pollux» in ähnlichem Ambiente, suchte den Dioskuren-Mythos...
Der Regisseur Johannes Erath hat in seiner Frankfurter «Otello»-Inszenierung das Stück auf den Kopf gestellt und Verdis «Dramma lirico» als Brecht’sches Lehrstück vorgeführt. Zu diesem Zweck ließ er sich von Dirk Becker ins nackte Bühnenhaus eine steil ansteigende hölzerne Rampe setzen – Bretter, die hier buchstäblich die Welt bedeuten, auf denen requisitenlose...
