Im Parkhaus
«‘s ist Krieg! ‘s ist leider Krieg». Zu den Klängen eines Triumphmarsches fährt der siegreiche Feldherr Ezio in einem mit Lüstern aus Kunststoff dekorierten Auto vor. Noch begrüßt ihn sein kaiserlicher Herr freundlich als Retter des Vaterlandes. Doch alsbald drohen Konflikte, denn der Kaiser begehrt dieselbe Patriziertochter, die der Feldherr bereits seit längerer Zeit liebt. Und dann ist da noch ihr Vater, der mit dem geplanten Mord am Herrscher eine alte Rechnung begleichen will. So nimmt das Drama seinen Lauf.
Auch in ihrer vierten Ausgabe sind die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele in Nürnberg für eine Überraschung gut. Diesmal steht das dramma per musica «Ezio» auf dem Programm. Christoph Willibald Glucks Vertonung des düster-tragischen Librettos von Pietro Metastasio hatte 1750 in Prag Premiere. Aufgrund seiner im vierten Jahrhundert angesiedelten Handlung passt es ideal zum Thema der diesjährigen Gluck-Opern-Festspiele: «Gluck, Prag und die Antike». Der eingangs skizzierte Konflikt spielt sich allerdings nicht im Opernhaus ab. Von der Kassenhalle des Hauses wird das Publikum zu einem der Parkdecks unter dem Theater geführt. Im Laufe der nächsten zwei Stunden wechseln die ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Rashid-S. Pegah/Albrecht Thiemann
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Detlev Glanert ist ein hörerfreundlicher Komponist. Der 52-jährige Henze-Schüler verärgert weder avantgardistisch gesonnene Naturen, noch verschreckt er Normal-Abonnenten. Kein abgehobener Esoteriker, keiner, der für Spezialistenzirkel schreibt und Erfolg für schändlich hält. Glanert ist der Mann für Bregenz, der Rechte für ein Unternehmen, das über die Suche nach...
