Idylle mit Schäfchenwolken

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Die Krise des CD-Marktes verschont auch die Opern Richard Strauss’ nicht: Obwohl gerade die Spätwerke wie «Die Ägyptische Helena», «Daphne» und «Danae» seit einigen Jahren eine Renaissance auf den Bühnen erleben, ist davon auf CD nur wenig zu spüren.

Selbst Christian Thielemann, der wohl profilierteste Strauss-Dirigent unserer Tage, durfte bislang noch keine einzige Oper des Komponisten einspielen ­(lediglich eine DVD mit der «Arabella» exis­tiert) – die goldenen Zeiten, in denen ein Wolfgang Sawallisch in München gleich den ganzen Zyklus der Strauss-Opern ins Visier nahm, scheinen in weite Ferne gerückt. Dass jetzt, siebenund­sechzig Jahre nach der Uraufführung, die erste (!) Studioproduktion der «Daph­ne» erscheint, ist wohl auch nur der Koproduktion mit dem WDR zu verdanken, der so das Profil seines Kölner Orchesters unter Semyon Bychkov schärfen will. Das gelingt: Bychkov fächert die ganze Raffinesse des Strauss’­schen Orchestersatzes auf, zieht alle Register des Schönklangs. Das imponiert, zeigt aber leider nur wenig Charakter: In der bislang maßgeblichen «Daphne»-Aufnahme, einem Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1964 unter Karl Böhm, klingt Strauss um Welten ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: Interview, Seite 43
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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