Elena Tsallagova in «Pelléas et Mélisande», Bayerische Staatsoper München; Foto: Renate Needer
Ich bin eine andere
Liebe Frau Tsallagova, kennen Sie die Geschichte von Tanaïs?
Erzählen Sie sie mir!
Tanaïs war eine kaukasische Königstochter, die mit ihrem Volk am Schwarzen Meer lebte, unweit des heutigen Ossetien. Eines Tages überfiel der äthiopische König Vexeris das Land der Skythen, ließ die gesamte männliche Bevölkerung ermorden und erwählte sich Tanaïs zur Braut. Die aber tötete den Eindringling in der vermeintlichen Liebesnacht und gründete den ersten Amazonenstaat.
Oh, das gefällt mir.
Und ich bin überrascht, dass wir das Gespräch so beginnen. Aber das ist schön, es gibt mir eine gute Energie für den Rest dieses Tages. Und ja, natürlich ist sie mir nah, diese Tanaïs, nicht zuletzt, weil sie aus der gleichen Gegend kommt wie ich. Der Einfluss der Tradition und Kultur auf das Leben am Rande des Kaukasus ist so immens, dass man das nie vergessen kann, selbst wenn man seine Heimat schon als Kind verlässt. Das alles begleitet einen immer. Ich lebe jetzt seit zehn Jahren in Europa, ich weiß, wovon ich spreche.
Ist es eine kognitive Sache? Oder mehr ein Gefühl?
Ein Gefühl. Und zwar das Gefühl, wie diese Tradition zu bewahren ist. Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Wenn wir zu Hause etwas feiern, ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Interview, Seite 34
von Jürgen Otten
Musikwissenschaftler und andere Puristen dürften nach Betablockern verlangen, den geneigten Abonnenten freut’s. «Les Troyens» auf dreieinhalb Stunden inklusive Pause heruntergekürzt, das ist nicht so arg wie bei Philipp Stölzls «Rienzi»-Quickie in Berlin, aber ein im Doppelsinn einschneidender Fall in Sachen Grand Opéra. Nicht nur, dass am Staatstheater Nürnberg...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Katja Kabanowa: 2., 14., 29.
– Verdi, La traviata: 10. (P), 22., 25., 31.
ML: Shymanovitz, I: Teilmans, B: Pedross, K: Becker, C:...
Kürzlich tourte das Music Theatre Wales mit dem «Goldenen Drachen» von Péter Eötvös durch Großbritannien. Ein starkes Stück. Es spielt in einem chinesischen Restaurant (Libretto: Roland Schimmelpfennig), es mäandert zwischen Surrealismus und Fabel, enthält Momente der Komik, aber vor allem viel Verstörendes, geht es doch um Menschenhandel und das Leid illegaler...
