Foto: Victoria and Albert Museum, London

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Eine Multimedia-Ausstellung im Londoner Victoria & Albert Museum skizziert 400 Jahre Operngeschichte

Opernwelt - Logo

Sieben Uraufführungen, sieben Metropolen, sieben Stationen der Operngeschichte – «a soundtrack to the history of Europe», so Tristram Hunt, Direktor des Victoria & Albert Museums in London, will die Ausstellung «Opera: Passion, Power and Politics» sein. Einen Soundtrack gibt es tatsächlich, via Kopfhörer; er passt sich per Bluetooth flexibel dem Standort des Trägers an.

Nach einem jovialen Vorwort Antonio Pappanos (die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Royal Opera House) beginnt die Reise mit dem Duett Poppeas und Neros «Pur ti miro» aus Monteverdis «Incoronazione», als wir durch einen Vorhang die schummrigen Räume der nagelneuen Sainsbury Gallery im Untergeschoss betreten.

Mit einem Kupferstich Venedigs wird geografisch der Anker geworfen: Wir befinden uns in der Lagunenstadt, Mitte des 17. Jahrhunderts. Die neue Kunstform Oper tritt gerade aus dem aristokratischen in den öffentlichen Raum. Vor schwarzen Wänden blitzt edler Tafelschmuck, schimmern weich das Rosenholz und Elfenbein barocker Instrumente, leuchten seidig die Farben der Ölgemälde. «Passion» – das Wort im Untertitel ist Programm: Oper ist sexy! Gewiss, das zarte venezianische Glas, die englische Kaffeekanne aus ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Wiebke Roloff

Weitere Beiträge
Feinherb, delikat, versonnen

Die Teenies mit den Widerhaken, die durchtriebenen Verzierungsschleudern – sie passen nicht zu ihr. Viele Gründe hat das. An der feinherben Bühnenpräsenz liegt es, vor allem aber an einer Stimme, die eher nach Dame klingt und auch nach distanzierter Tragödin. Dabei wurde Marina Rebeka bei Rossini sozialisiert, wie sie im «Opernwelt»-Interview sagte (OW 9-10/2017)....

Im Labor

Da ging alles auf Anfang. Der neue Freiburger Intendant Peter Carp brachte bei seinem Opernstart mit Offenbachs «Hoffmanns Erzählungen» gleich drei neue Damenstimmen ins Spiel, die Karriere machen könnten und die verstärkte Hinwendung zu einer festeren Ensemblekultur signalisieren: Samantha Gaul als koloraturaffine Olympia, Solen Mainguené als...

Ars Gallica

Selbst unter Gesangskennern scheint Irma Kolassi (1918-2012) ein unbeschriebenes Blatt zu sein. In Jürgen Kestings vierbändigem Standardwerk «Die großen Sänger» jedenfalls wird die französische Mezzosopranistin griechischer Herkunft nicht einmal erwähnt. Mit dieser Unterschätzung räumen die vier CDs ihrer Decca-Aufnahmen aus den Jahren 1952 bis 1955 auf, die der...