Foto: Victoria and Albert Museum, London
Für Anfänger und Fortgeschrittene
Sieben Uraufführungen, sieben Metropolen, sieben Stationen der Operngeschichte – «a soundtrack to the history of Europe», so Tristram Hunt, Direktor des Victoria & Albert Museums in London, will die Ausstellung «Opera: Passion, Power and Politics» sein. Einen Soundtrack gibt es tatsächlich, via Kopfhörer; er passt sich per Bluetooth flexibel dem Standort des Trägers an.
Nach einem jovialen Vorwort Antonio Pappanos (die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Royal Opera House) beginnt die Reise mit dem Duett Poppeas und Neros «Pur ti miro» aus Monteverdis «Incoronazione», als wir durch einen Vorhang die schummrigen Räume der nagelneuen Sainsbury Gallery im Untergeschoss betreten.
Mit einem Kupferstich Venedigs wird geografisch der Anker geworfen: Wir befinden uns in der Lagunenstadt, Mitte des 17. Jahrhunderts. Die neue Kunstform Oper tritt gerade aus dem aristokratischen in den öffentlichen Raum. Vor schwarzen Wänden blitzt edler Tafelschmuck, schimmern weich das Rosenholz und Elfenbein barocker Instrumente, leuchten seidig die Farben der Ölgemälde. «Passion» – das Wort im Untertitel ist Programm: Oper ist sexy! Gewiss, das zarte venezianische Glas, die englische Kaffeekanne aus ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Wiebke Roloff
Bei Titeln wie «Lieder im Volkston» mag man sich an ein Wort – oder: eine Warnung – von Bertolt Brecht erinnern: «Das Volk ist nicht tümlich.» Sollte Brecht das Volk ... überschätzt haben? Unter dem Titel «Im Volkston» veröffentlichte der Berliner Verlag Anfang des vorigen Jahrhunderts drei Sammlungen von «komponierten Volksliedern» – eigentlich eine contradictio...
alpha
02.12. – 00:35 Uhr
Dmitri Schostakowitsch – ein Mann mit vielen Gesichtern
Das Werk von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) ist ein Lehrstück darüber, wie man auch im stalinistischen System seine schöpferische Freiheit als Künstler erhalten konnte. Filmemacher Reiner E. Moritz, der den Komponisten persönlich gekannt hat, konnte für diese Dokumentation auf...
«Die Zeit, die ist ein sonderbar’ Ding.» Für ihre 2001 erschienenen Lebenserinnerungen wählte Hilde Zadek diesen zentralen Satz der «Rosenkavalier»-Marschallin, ihrer Lieblingspartie, die sie in der ganzen Welt gesungen hat. «Was ist die Zeit, und warum ist sie ein sonderbar’ Ding?», fragt die Sängerin in ihrem Buch und spricht dann von den verschiedenen Phasen...
