Hysterie und Mechanik
Während Adam im Hotel «Eden» dem Auftrag nachkommt, fruchtbar zu sein, und Eva die Empfängnis mit glücklich-gluckernden Koloraturen quittiert, erklingt im Hintergrund die Choralzeile: «Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet». Dass sein Stand weder sichtbar noch gesegnet ist, ärgert den zuschauenden Luzifer. Er hat nämlich kein Geschlechtsteil, würde aber auch gern zeugen können und hätte seine Vermehrung bei anderer Ausstattung mit Lilith – Adams erster, geflohener Frau – längst ins Werk gesetzt.
Dass sie, wie eine rabbinische Legende berichtet, die Missionarsstellung unter Adam nicht mochte, hätte Luzifer nicht gestört. Er wäre auch unter weiblicher Obliegenheit zum Ziel gekommen.
Die Zote, zu der Peter Eötvös als Komponist gemeinsam mit seinen Librettisten Albert Ostermaier und Mari Mezei hier Zuflucht nimmt und die von Helen Malkowsky in Chemnitz auch werkgetreu in Szene gesetzt wird, rettet seine Kunst. Denn billig und abgestanden geriete die Kritik an der Kirche und deren Bemühen, Sexualität allein der Fortpflanzung unterzuordnen, ginge Eötvös hier mit Furor und Pathos zu Werke. Nur als Witz lässt sich «Paradise Reloaded (Lilith)», diese Oper, die beim Festival ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Jan Brachmann
Catherine Foster, bevor Sie Sängerin wurden, haben Sie als Hebamme gearbeitet. Macht Sie das zu einem geerdeten Menschen?
Vielleicht. In meiner Familie kam es auf einen soliden Beruf an, und Singen gehörte sicher nicht in diese Kategorie. Ich habe 257 Babys auf die Welt gebracht. Diesen Job aufzugeben war keine leichte Entscheidung. Als ich meine Kündigung zur Post...
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