Hymnen an die Schönheit
Die Eröffnung eines Festivals setzt vor allem Zeichen für die Zukunft. Und da zählen auch die kleinen Gesten. Sie erzählen von Visionen, deuten dramaturgische Linien an. Dies gilt insbesondere immer dann, wenn, wie im selbst Mitte September noch sommerlichen Venedig, ein Leitungswechsel vollzogen wird. Lucia Ronchetti heißt die neue Chefin der Biennale Musica.
Und die italienische Komponistin lässt ihre persönliche Premiere des Neue-Musik-Festivals bewusst nicht in den abgelegenen alternativen Spielstätten des Arsenale-Geländes vom Stapel laufen, wo in den Folgetagen dann so manche experimentelle Sound-Installation und so manches die Gattungsgrenzen transzendierende Projekt stattfinden wird – und wo die Architekturbiennale ihr Zuhause hat, was erfreuliche Publikumsvermischungen zeitigt.
Nein, die Premiere der 65. Festivalausgabe findet im Teatro La Fenice statt, diesem legendären Opernhaus, an dem einst Giuseppe Verdi wichtige Uraufführungen wagte und wo heute jene die Serenissima längst wieder flutenden Touristenströme einen großen Anteil der Besucher bilden. Da sitzt nun auch gar kein Neue-Musik-Ensemble auf der Bühne, sondern das Orchester des Fenice. Und das erste Werk ist gar ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Peter Krause
Wie nur wenige Herrscher vor oder nach ihm hat Napoléon Bonaparte Musikgeschichte geschrieben. Musikpolitik war für ihn Machtpolitik, und also versuchte er seinen Ruhm vor allem von der Opernbühne herab zu untermauern, indem er den Franzosen in Gestalt der von ihm favorisierten Komponisten Paisiello, Paër und Spontini den italienischen Geschmack oktroyierte – mit...
62. Jahrgang, Nr 11
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752349
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Andrea Kaiser | redaktion...
«Passion» hat Véronique Gens ihr neues Album genannt, mit dem die französische Sopranistin zu ihren künstlerischen Wurzeln zurückkehrt. Gemeinsam mit Louis-Noël Bestion de Camboulas, dem Leiter des sie begleitenden Ensemble Les Surprises, hatte sie den zündenden Einfall, die für die französische Barockoper so typischen kurzen Airs und deklamatorischen Rezitative...
