Hymnen an die Schönheit
Die Eröffnung eines Festivals setzt vor allem Zeichen für die Zukunft. Und da zählen auch die kleinen Gesten. Sie erzählen von Visionen, deuten dramaturgische Linien an. Dies gilt insbesondere immer dann, wenn, wie im selbst Mitte September noch sommerlichen Venedig, ein Leitungswechsel vollzogen wird. Lucia Ronchetti heißt die neue Chefin der Biennale Musica.
Und die italienische Komponistin lässt ihre persönliche Premiere des Neue-Musik-Festivals bewusst nicht in den abgelegenen alternativen Spielstätten des Arsenale-Geländes vom Stapel laufen, wo in den Folgetagen dann so manche experimentelle Sound-Installation und so manches die Gattungsgrenzen transzendierende Projekt stattfinden wird – und wo die Architekturbiennale ihr Zuhause hat, was erfreuliche Publikumsvermischungen zeitigt.
Nein, die Premiere der 65. Festivalausgabe findet im Teatro La Fenice statt, diesem legendären Opernhaus, an dem einst Giuseppe Verdi wichtige Uraufführungen wagte und wo heute jene die Serenissima längst wieder flutenden Touristenströme einen großen Anteil der Besucher bilden. Da sitzt nun auch gar kein Neue-Musik-Ensemble auf der Bühne, sondern das Orchester des Fenice. Und das erste Werk ist gar ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Peter Krause
Kris Defoorts jüngste Oper geht unmittelbar aus dem Singen hervor, zugleich ist Gesang in der Saga einer US-amerikanischen Familie das einigende Band zwischen Schwarzen und Weißen. «The Time of Our Singing» kann daher als Gesangsoper im doppelten Wortsinn verstanden werden. Das dreiaktige Werk beruht auf dem 2003 erschienenen, gleichnamigen Roman von Richard...
Es hätte ein rauschendes Jubiläumsfest werden können: Am 4. Dezember 2020 kam exakt ein Jahrhundert nach der Kölner Uraufführung durch Otto Klemperer (eine zeitgleiche Premiere fand in Hamburg unter Egon Pollak statt) Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» im Kölner Staatenhaus heraus. Aber der Zuschauersaal blieb damals auf behördliche Anordnung ebenso tot...
Nach ihrem 2018 erschienenen Album mit Liedern des Spätromantikers Hans Sommer sind Constance Heller und Gerold Huber erneut im Bereich Raritäten fündig geworden – Lieder jüdischer Komponisten aus dem Exil, die hierzulande weitgehend unbekannt blieben. Wie viele der nach 1933 vertriebenen Künstler sind sich Paul Ben-Haim (1897–1984), Paul Dessau, Kurt Weill und...
