Hundertfünfundzwanzig und tausend Jahre

Die Berliner Philharmoniker feiern Geburtstag

Opernwelt - Logo

Wenn zum Jubiläum eines Orchesters vier voneinander unabhängige Buch­publikationen auf den Markt kommen, muss es sich um einen besonderen Klangkörper handeln. Quod erat demonstrandum, sind es doch die Berliner Philharmoniker, die auf eine hundert­fünfundzwanzigjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Viel mehr als ihren Anlass haben die Bücher allerdings kaum gemeinsam: Einem Bildband und einer Überblicksdarstellung stehen eine Detailuntersuchung und eine Gesamtdarstellung gegenüber.


Erstaunlicherweise stammt das schwächste Buch von dem erfahrensten Autor: Der Fotograf Dieter Blum hat das Orchester noch unter Herbert von Karajan verewigt und neuere Tournee-Schnappschüsse jetzt für ein coffeetable book arrangiert. Zu genau sollte man in dieser wahllosen Sammlung nicht blättern: Widrigenfalls entdeckt man etwa den Wiener Musikverein als «Festspielhaus» und die Wiener als Berliner Philharmoniker (so verwechselt sie Wolfgang Schäuble in seinem Gastbeitrag «Klassisches Glück in Berlin»).
Unter seinen Möglichkeiten bleibt auch Herbert Haffner, der nach einem kundigen Furtwängler-Porträt nun laut Untertitel «eine Biografie» der Berliner Philharmoniker vorlegt. Ohne Einleitung und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2007
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Olaf Wilhelmer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sehnsüchte

Schon während der Aufführung hätte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können. Als sich am Ende, nach knapp zwei Stunden, die Bühnenrampen zu beiden Seiten des rund umlaufenden Podests in der aufgelassenen Gebläse­halle des Duisburger Industrieparks senkten und, bei langsam verlöschendem Licht, alle Mitwirkenden wie in einen schwar­zen Sarkophag...

Akzentuiert und ausgewogen

«Ich versuche, bereits bei den ersten Proben die Partitur so verständlich zu machen, dass die Musiker – und durch sie auch die Zuhörer – alle Details hören können, die zu dem Werk gehören. Deswegen arbeite ich mit dem Orchester immer sehr ausführlich an der Artikulation und der Balance zwischen den einzelnen Instrumentengruppen.» So antwortete Simone Young kürzlich...

Erinnerung, bestätigt

Zwar ist die elektromagnetische Aufzeichnung der schärfste Feind nostalgischer Verklärung. Doch gelegentlich vermag sie die Erinnerung auch zu bestätigen. Etwa im Fall der Live-Aufnahme von Webers «Frei­schütz» vor 35 Jahren an der Wiener Staatsoper. Der 28. Mai 1972 war einer jener Abende, von denen man seinen Enkelkindern berichten möchte. Erstmals stand Webers...